Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP: Neue Initiative will Antibiotika-Forschung vorantreiben

09.07.2020 15:22:36

INGELHEIM/BERLIN (dpa-AFX) - Ein Zusammenschluss vor allem von Pharmafirmen und Stiftungen will mit insgesamt fast einer Milliarde US-Dollar die Entwicklung neuer Antibiotika vorantreiben. Ziel ist es, bis 2030 zwei bis vier neue Antibiotika bereitzustellen. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass immer mehr Erreger wie Bakterien Resistenzen gegen existierende Antibiotika entwickeln. Die am Donnerstag in Berlin und Washington verkündete Kooperation nennt sich AMR Action Fund, AMR steht für Antimicrobial resistance, also Antibiotikaresistenz.

AMR stelle eine sich abzeichnende globale Krise dar, die das Potenzial habe, Covid-19 in Bezug auf Todesfälle und wirtschaftliche Kosten in den Schatten zu stellen, teilte der Fund mit, der ab dem vierten Quartal dieses Jahres mit seiner eigentlichen Arbeit loslegen will. Schon jetzt stürben jedes Jahr rund 700 000 Menschen weltweit an AMR. Die alarmierendsten Szenarien gingen davon aus, dass es bis 2050 jährlich bis zu zehn Millionen Menschen das Leben kosten könnte.

"AMR ist ein globales Thema", sagte Hubertus von Baumbach der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Er ist Vorsitzender der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, das Teil des Funds ist. Bei dem gehe es im Kern darum, Biotechs bei der Entwicklung von Antibiotika zu unterstützen. Mit von der Partie sind über 20 Unternehmen, darunter Bayer , Merck, die Schweizer Konzerne Novartis und Roche , die US-Firmen Eli Lilly , GlaxoSmithKline , Johnson & Johnson, Pfizer oder die Europäische Investitionsbank (EIB).

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte laut Mitteilung, die Weltgesundheitsorganisation freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem AMR Action Fund. "AMR ist ein langsamer Tsunami, der ein Jahrhundert des medizinischen Fortschritts zunichte zu machen droht." Die WHO hatte im Januar bereits bemängelt, die Entwicklung neuer wirksamer Antibiotika verlaufe bedrohlich langsam. Die Bekämpfung multiresistenter Infektionen werde von zurückgehenden Investitionen und einem Mangel an echten Innovationen untergraben.

Dass sich bei der Entwicklung neuer Antibiotika zu wenig tut, liegt nach Einschätzung von Baumbachs daran, dass es für diese Mittel keinen funktionierenden Markt gebe. Biotechs bekämen am Kapitalmarkt keine Finanzierung für ihre Antibiotika-Projekte. Das liege etwa daran, dass Ärzte bei Behandlungen oft erst ältere Antibiotika verschrieben. Erst wenn diese nicht wirkten, griffen sie sinnvollerweise zu neueren mit weniger Risiko für Resistenzen. Es würden vergleichsweise wenig Menschen mit neuen Antibiotika behandelt, sie brächten während des Patentschutzes weniger Geld.

Adäquate Einnahmen seien aber nötig, sagte von Baumbach. Sonst sei niemand bereit, das Investitionsrisiko einzugehen. "Wir springen jetzt erstmal in die Risikobresche ein." Auf lange Sicht müsse die Politik Veränderungen herbeiführen. Denkbar seien zum Beispiel längere Patentzeiten für Antibiotika, alternative Erstattungsmodelle oder ein differenziertes Preisgefüge.

Boehringer hat auch ein großes Geschäft mit Tiermedizin. Darum gehe es beim AMR Action Fund aber höchstens in untergeordneter Rolle, betonte von Baumbach. So könnte etwa geschaut werden, ob ein neues, ursprünglich für den Menschen gedachtes Antibiotika stattdessen im Tierbereich therapeutisch eingesetzt werden könne, wenn es bei Menschen keine Wirkung zeige. "Der Fokus liegt aber klar auf der Humanmedizin."/chs/DP/men

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank AG (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.