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Tue Jun 02 22:29:20 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Dienstag auf ihrer Rekordjagd nochmals einen Schritt nach oben gemacht. Bei vielen IT- und Chipwerten ging die KI-Rally weiter, doch in der Breite ließen es die Anleger wie schon am Vortag langsamer angehen als noch in der zweiten Mai-Hälfte. In den Gesprächen über eine Friedenslösung im Iran-Krieg hielt die Hängepartie mit ermutigenden, aber auch widersprüchlichen Aussagen der Kriegsparteien an.
Der Dow Jones Industrial schloss 0,45 Prozent höher bei 51.307,79 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 lag mit einem Anstieg um 0,48 Prozent auf 30.660,60 Punkte in etwa gleichauf mit dem Wall-Street-Index. Der marktbreite S&P 500 verzeichnete mit plus 0,13 Prozent auf 7.609,78 Zähler zwar weniger Tempo, konnte seine Gewinnstrecke aber auf den neunten Tag ausdehnen.
US-Präsident Donald Trump nannte gegenüber dem US-Sender ABC die "nächste Woche" als Zeitraum für eine mögliche Einigung auf ein Rahmenabkommen, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. In der Vergangenheit wurde er mit seinen Zeitplänen aber immer wieder von der Realität eingeholt. Aus dem Iran hieß es, seit mehreren Tagen schon fänden keine Gespräche mehr statt. Trump bekräftigte aber umgehend deren Andauern.
HP Enterprise war das nächste IT-Unternehmen, das die Erwartungen mit Zahlen und Ausblick deutlich übertraf und damit ein Kursfeuerwerk in Gang setzte. Die Titel des Server- und Speicherlösungs-Spezialisten beschleunigten ihre Rekordrally mit einem Kurssprung, der anfangs fast 40 Prozent groß war. Aus dem Handel gingen die Aktien dann mit einem gemäßigteren Plus von immerhin noch der Hälfte.
Auch bei Marvell Technology nimmt die KI-Fantasie kein Ende: Anders als HP Enterprise bauten die Titel ihr Plus aber auf gut ein Drittel aus. Nvidia-Chef Jensen Huang hatte das Halbleiterunternehmen auf der jährlichen IT- und Computermesse Computex in Taiwan als "nächstes Billionen-Dollar-Unternehmen" bezeichnet. Mit einer Bewertung von aktuell 254 Milliarden Dollar ist das Unternehmen davon allerdings noch weit entfernt.
Gebremst wurde die Nasdaq-Tendenz vom Softwaresektor, in dem nach der jüngsten Erholungsrally Gewinne mitgenommen wurden. Die Aktien von Microsoft , Salesforce und Adobe folgten dieser Tendenz mit relativ deutlichen Abschlägen, die größer waren als vier Prozent.
Im Software-Sektor fielen Intuit noch mit einem Kursrutsch um fast 9 Prozent auf. Sie bewegen sich neuerdings auf dem tiefsten Stand seit 2020, doch Analystin Gabriela Borges von Goldman Sachs macht den Aktionären mit einer Verkaufsempfehlung wenig Hoffnung auf Besserung. Es werde schwer für das Unternehmen, die langfristigen Ziele und die Markterwartungen zu erreichen.
Die Anleger bei Alphabet mussten einen Kursrückgang von fast vier Prozent verkraften. Der Google-Mutterkonzern will für den Ausbau seiner KI-Rechenzentren mit der Ausgabe neuer Aktien eine historische Summe von 80 Milliarden Dollar einnehmen. Im Vergleich zur Marktkapitalisierung von 4,5 Billionen Dollar erscheint die Summe aber in einem anderen Licht. Alphabet verlor den Rang als zweitwertvollstes Unternehmen der Welt wieder an Apple .
Außerhalb des Tech-Sektors machten die Titel von Victoria's Secret mit einem Kurssprung um fast die Hälfte Schlagzeilen. Der Dessoushersteller toppte im ersten Quartal deutlich die Erwartungen - und löste damit wohl einen "Short-Squeeze" aus, auf den am Markt verwiesen wurde. Dabei werden Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, durch einen plötzlichen Kursanstieg zu Eindeckungen gezwungen./tih/he
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