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Aktien Frankfurt: Dax trotzt dank 'Schnäppchenjägern' Entwicklung im Nahen Osten

Mon Jul 13 12:25:21 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Entwicklung im Nahost-Konflikt hat den Dax am Montag kaltgelassen. Nach einem schwachen Handelsstart berappelte sich der deutsche Leitindex und gewann um die Mittagszeit 0,32 Prozent auf 25.148 Punkte. Damit schaffte er es über die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie.

"Schnäppchenjäger haben den Dax zurück über die Marke von 25.000 Punkten gekauft", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Käufer blenden die potenziellen Folgen der jüngsten Eskalation im Nahen Osten vorerst aus."

Der MDax , der die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen enthält, stieg zuletzt um 0,35 Prozent auf 32.030 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp 0,2 Prozent hoch.

Dagegen litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor allem die stark gelaufenen technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 unter heftigen Kursverlusten.

Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut für mehrere Stunden, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Zuletzt erklärte das US-Militär seine Attacken allerdings für beendet.

Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßten Infineon 1,5 Prozent ein und im MDax Elmos 1,4 Prozent. Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.

Dagegen schaffte der Internetdienstleister Ionos ein Kursplus von 5,1 Prozent. Die Aktien bestätigten das schon bekannte Muster, dass Werte mit latenten KI-Verdrängungssorgen oft tendenziell von einer Schwäche von Chipwerten und anderen KI-Boomern profitieren. Hinzu kam eine "Buy"-Einstufung durch die Bank of America. Ionos sei ein One-Shop-Stop der europäischen Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen, schrieben die Analysten.

Unter Druck standen auch Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche : Der Reisekonzern Tui und die Lufthansa belegten mit Kursabschlägen von 0,8 und 2,1 Prozent hintere Plätze.

Dagegen stemmte sich Fraport mit plus 2,5 Prozent gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas die Aktien hoch.

Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh sackten im Nebenwerte-Index SDax auf ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie 2 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Prognosen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing der Umsatz-Trendwende./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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