Nachrichten Detail
Fri Mar 13 09:59:52 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat die Aussichten für die schon seit Jahren schwächelnde deutsche Chemiebranche eingetrübt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) zog wegen der hohen Unsicherheiten seine Prognose für das laufende Jahr zurück, wie er am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zuletzt hatte der VCI für das laufende Jahr für die chemisch-pharmazeutische Branche insgesamt eine stagnierende Produktion und für die Chemie alleine einen Rückgang um ein Prozent erwartet. Bei sinkenden Preisen und stagnierender Produktion sollte das ein Umsatzminus von rund zwei Prozent bedeuten.
"Die Jahresbilanz der Chemie ist unterirdisch - Produktion, Umsatz und Preise sind im roten Bereich", fasste der Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup das vergangene Jahr für die Branche zusammen. 2026 werde nicht leichter. Schon vor dem Iran-Krieg habe es keine Aufbruchsstimmung gegeben. Die Branche leide insgesamt unter einer schwachen Industriekonjunktur, hohem Importdruck und einem intensiven Preiswettbewerb.
Jetzt sorge der Iran-Krieg für weitere Risiken aufgrund der Blockade der Straße von Hormus, sagte der Manager. Die etwa 55 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Von der Blockade ist nicht nur die Öl- und Gasversorgung betroffen. "Es besteht die Sorge ernster, zunehmender Versorgungsengpässe bei Rohstoffen - zum Beispiel bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel", sagte Große Entrup. Es gebe erste Hinweise auf Störungen bei internationalen Lieferketten.
Je länger der Krieg dauere, desto heftiger seien die Folgen. Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit brächte viele Betriebe an ihre Grenzen, sagte der VCI-Hauptgeschäftsführer. "Strategische Planung ist immer weniger möglich. Stattdessen fahren die Unternehmen auf Sicht."
Betroffen von der Blockade der Straße von Hormus seien etwa Düngemittel, denn 20 Prozent des Welthandels mit Ammoniak würden aus Nahost durch die Meerenge geliefert, sagte Große Entrup. Bei Schwefel verlaufe 50 Prozent des Seehandels durch die Straße von Hormus. Schwefelsäure ist essenziell für Düngemittel und Chemikalien sowie für die Raffinerienverarbeitung von Kupfer, Nickel und Zink. "Bei Helium hat die Chipindustrie bereits erhebliche Sorgen, weil 40 Prozent des weltweiten Heliums aus Katar kommt", sagte Große Entrup. "Hier geht es um Elektronikindustrie, Halbleiterfertigung und Luft und Raumfahrttechnik."
In den vergangenen vier Jahren hätten europäische Chemieunternehmen rund 10 Prozent ihrer Produktionskapazitäten stillgelegt, ein Viertel davon in Deutschland, erläuterte Große Entrup. Gleichzeitig seien die Investitionen in neue Anlagen eingebrochen. Zudem würden die Insolvenzen in der chemischen Industrie zunehmen. Seit 2022 gebe es 135 Insolvenzen.
Viele Chemiekonzerne haben wegen der Krise bereits Sparprogramme aufgelegt. So baut der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF als Teil seiner Sparkurses Tausende Jobs ab: Rund 4.800 Beschäftigte haben den Konzern zwischen Ende 2023 und Ende 2025 verlassen. Ein Ende des Beschäftigungsabbaus in der Chemie sei derzeit nicht absehbar, teilte der Verband mit.
Im vergangenen Jahr hatte die Chemie- und Pharmabranche mit 478.000 Beschäftigten unter einer Nachfrageschwäche und billiger Konkurrenz aus China gelitten. Der Umsatz 2025 schrumpfte um 1,4 Prozent auf 219,6 Milliarden Euro. Die Produktion sank um 0,5 Prozent./mne/als/stk
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
