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ROUNDUP 2/Schwache Diagnostik-Sparte: Siemens Healthineers senkt Umsatzausblick

Fri Jul 31 17:21:53 CEST 2026

(Kurs aktualisiert)

ERLANGEN (dpa-AFX) - Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers senkt wegen der anhaltend schwachen Entwicklung seiner zur Disposition stehenden Labordiagnostik-Sparte die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Das China-Geschäft bleibt dort schwierig und das sukzessive Auslaufen älterer Analyse-Systeme belastet. Ein schwächeres Wachstum im wichtigen Geschäft mit der Bildgebung soll sich dagegen im Schlussquartal wieder ausgleichen. Die Ergebnisprognose wurde derweil wegen der Rückerstattung unrechtmäßig erhobener US-Zölle erhöht.

Anleger hatten offenbar Schwierigkeiten, sich einen Reim auf die Neuigkeiten zu machen. Unmittelbar zum Handelsstart noch deutlich unter Druck sprang der Aktienkurs daraufhin bis auf sein Tageshoch. Danach pendelte er längere Zeit um seinen Vortagesschluss, bis er kurz vor Handelsende um ein Prozent sank.

In den vergangenen Tagen hatte das Papier leicht zugelegt. Im laufenden Jahr bleibt die Bilanz deutlich negativ. Bernstein-Analystin Susannah Ludwig bemängelte den gesenkten Umsatzausblick, hob allerdings auch den "sehr starken Auftragsbestand" des Medizintechnikkonzerns hervor. Dieser dürfte für Zuversicht über eine neuerliche Wachstumsbeschleunigung im Bereich Bildgebung sowie über eine breitere Umsatzunterstützung in den kommenden Quartalen sorgen.

So sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis 2025/26 (per Ende September) nun noch bei 3,5 bis 4,0 Prozent liegen, wie das Unternehmen am Freitag in Erlangen mitteilte. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Zuvor hatte Healthineers jeweils einen Prozentpunkt mehr erwartet. Analysten haben hier derzeit ein Plus von 4,5 Prozent auf dem Zettel. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht das Management um Konzernchef Bernd Montag jetzt bei 2,35 bis 2,45 Euro, das sind jeweils 15 Cent mehr als zuvor in Aussicht gestellt.

Positiv entwickelte sich das Neugeschäft. Das Book-to-Bill-Verhältnis, also das Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz, lag im dritten Quartal bei 1,27.

Der vergleichbare Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro, wie Healthineers weiter mitteilte. Analysten hatten mit einem höheren Wachstum gerechnet.

In seiner größten und ertragreichsten Sparte, der Bildgebung, verzeichnete das Unternehmen ein eher maues Wachstum von 2,3 Prozent. Hier machten sich Umsatzverschiebungen in das vierte Quartal bemerkbar, erklärte Konzernchef Montag. Im Schlussabschnitt dürfte der Bereich seine Entwicklung wieder beschleunigen und ein vergleichbares Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erreichen, sagte Finanzchef Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz. Das Geschäft Precision Therapy mit dem US-Krebsspezialisten Varian legte hingegen um 9,2 Prozent zu. Dabei bleibt Varian der Wachstumsmotor des Konzerns.

Dagegen bleibt die Labordiagnostik mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von 5,5 Prozent das Sorgenkind. Siemens Healthineers zählt den Bereich nicht mehr zum Kerngeschäft und bereitet eine Ausgliederung vor. Eine Entscheidung dazu ist jedoch weiterhin nicht gefallen. Das Thema dürfte das Unternehmen damit weiterhin beschäftigen. Schmitz bezifferte den Zeitrahmen nach einer Entscheidung auf etwa 24 Monate.

Dank der Zoll-Rückerstattung stieg der Gewinn nach Steuern um gut ein Fünftel auf 676 Millionen Euro./nas/lew/zb

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