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Fri Oct 02 11:48:50 CEST 2026
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Inflation in der Eurozone ist im September wegen hoher Energiepreise weiter deutlich auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,8 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg der Rate auf 3,7 Prozent erwartet.
Im August hatte die Inflationsrate bei 3,2 Prozent gelegen und im Juli bei 2,9 Prozent. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei der die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht. Ökonomen rechnen mit Blick auf die Preisdaten fest mit einer weiteren Zinserhöhung der Notenbank im Kampf gegen die erhöhte Inflation.
Im September hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt und die Teuerung angetrieben. Hier meldet Eurostat ein Plus von 18,8 Prozent im Jahresvergleich. Hintergrund sind die Folgen des Kriegs zwischen dem Iran und den USA mit einer Behinderung von Öltransporten aus den Fördergebieten am Persischen Golf. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Sicht.
Zudem beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Preisniveau in der Eurozone im September um 0,6 Prozent. Hier war ein Anstieg um 0,5 Prozent erwartet worden.
Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, legte hingegen nur leicht zu. Sie stieg wie erwartet von 2,4 Prozent im Vormonat auf 2,5 Prozent.
"Es sind vor allem die massiven Preiserhöhungen bei Energie, die die Inflation auf den höchsten Stand seit Herbst 2023 steigen ließen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Es mehrten sich die Anzeichen, dass die Unternehmen die höheren Energiepreise an Kunden weitergäben.
Die EZB hatte die Leitzinsen zuletzt im September wegen der erhöhten Inflation um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Nach dem erneuten Anstieg der Teuerung erwarten Ökonomen in den kommenden Monaten einen weiteren Zinsschritt. "Eine Zinsanhebung der EZB im Dezember ist so gut wie in Stein gemeißelt", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Seiner Einschätzung nach dürften die Währungshüter die Leitzinsen auf ihrer Oktober-Zinssitzung aber noch unverändert halten.
In Deutschland war die Inflationsrate laut dem europäischen Verbraucherpreisindex HVPI im September ebenfalls deutlich gestiegen, auf 3,3 Prozent gestiegen. Besonders hoch war die Inflation in Spanien, wo die Rate auf 5,0 Prozent stieg. In Italien kletterte sie auf 4,1 Prozent und in Frankreich auf 3,4 Prozent./jkr/stk
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