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ZALANDO IM FOKUS: Rückkehr zur 'Normalität' beginnt

26.10.2021 08:35:06

BERLIN (dpa-AFX) - Kunden bestellen immer mehr im Internet. Die bereits vor Corona bestehende Tendenz hat während der Pandemie nochmals an Fahrt aufgenommen. Und auch trotz einer zunehmenden Normalisierung der Lage dürfte der Trend nicht mehr umgekehrt werden. Gut für Online-Händler wie Zalando . Allerdings wird die Fallhöhe größer, je stärker die neue Normalität Einzug erhält. Das bekommen gerade die besonders im vergangenen Jahr erfolgsverwöhnten Anleger zu spüren. Was bei Zalando los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

LAGE BEI ZALANDO:

Die Berliner liegen nach dem zweiten Quartal auf Kurs zu ihren Wachstumszielen. Beim Blick auf den operativen Gewinn wurde der Dax -Aufsteiger im Sommer für das laufende Jahr sogar etwas optimistischer - was aber auch an verschobenen Investitionen liegt. Während die Erlöse im zweiten Quartal deutlich zulegten, ging das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) wegen höherer Marketingkosten kräftig zurück.

Die Kunden sind auch nach der Wiedereröffnung des Einzelhandels bei Zalando geblieben. Seit dem Sommer 2020 stieg die Zahl aktiver Kunden demnach um gut 10 Millionen auf 44,5 Millionen - aktiv heißt dabei, dass jemand mindestens einmal im Jahr bestellt. In der Zeit von April bis Juni kauften diese Kunden so häufig wie nie: Durchschnittlich erhielten sie fünf Bestellungen von Zalando. Es bestätige sich, dass der durch die Pandemie ausgelöste Wechsel in den Online-Handel nachhaltig sei, hatte Finanzchef David Schröder diese Entwicklung zuletzt kommentiert.

Das Unternehmen ist inzwischen jedoch mehr als nur ein Modehändler. Zalando bedient auch die steigende Nachfrage nach gebrauchter Kleidung und hat vor mehr als einem Jahr eine eigene Second-Hand-Plattform ins Leben gerufen. Wer seine gebrauchte Kleidung dort anbietet, kann den Kaufpreis spenden oder bekommt ihn als Gutschein. So hält Zalando die Kunden im System. Dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit trägt Zalando nun auch mit einem Reparaturservice Rechnung: Ein Pilotprojekt, das zunächst nur in Berlin verfügbar ist, soll Kleidung und Schuhe länger vor dem Müll bewahren. Auch im Kosmetikgeschäft ist das Unternehmen aktiv.

Zalando versteht sich dabei als Handelsplattform und wirbt zunehmend um Marken und Händler, dort ihre Produkte anzubieten. Dabei bietet der Konzern Geschäftskunden auch an, Versand und Logistik zu übernehmen. Dafür baut das Unternehmen die eigene Infrastruktur weiter aus. Bis 2023 will Zalando sein Logistiknetzwerk auf 15 Zentren erweitern.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Auf jeden Ausnahmezustand folgt irgendwann wieder Normalität. So gehen Experten davon aus, dass die Goldgräberstimmung bei Zalando erst einmal vorbei sein könnte. Christian Salis von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zeigte sich zuletzt skeptisch, ob es für den Online-Modehändler so weitergeht wie während der Ausnahmesituation "Corona-Krise". Die uneinheitlichen Zahlen für das zweite Quartal sind für den Analysten ein Beleg, dass die besten Zeiten zumindest zunächst vorüber sind. Die enttäuschende Profitabilität wertet er als Zeichen eines abrupten Nachfragerückgangs. Dem sei das Unternehmen mit erhöhten Marketingausgaben zum Ende des Quartals begegnet, was sich entsprechend auf die Gewinne ausgewirkt habe.

Außerdem habe sich die Unternehmensführung zuletzt vorsichtig zum laufenden Geschäft geäußert. Nun könnte Zalando zum Opfer des eigenen Erfolgs werden. Angesichts der starken Vergleichsquartale des Vorjahres liege die Hürde hoch, betonte der Analyst. Das gelte gerade für das vierte Quartal. An den langfristigen Aussichten hegt Salis angesichts der starken Marktstellung und der hervorragenden langfristigen Wachstumsaussichten aber keine Zweifel.

Wenig euphorisch zeigt sich derzeit auch Georgina Johanan von JPMorgan mit Blick auf die anstehende Veröffentlichung des dritten Quartals. Das Wachstum dürfte - wie erwartet - auf das Vor-Corona-Niveau zurückgefallen sein. Mit Blick auf die aktuellen Lieferkettenengpässe sollten Anleger jedoch nicht vergessen, dass Zalando aufgrund seiner Größe als Abnehmer Vorteile haben dürfte. Warburg-Research-Experte Jörg Frey ist sogar der Ansicht, dass es Zalando schwerfallen dürfte, die Vergleichswerte bis in den Sommer 2022 zu übertreffen.

Die Bank of America sieht bei Zalando aktuell eine Pause in der "generell vielversprechenden Story". Die nächsten Quartale dürften aufgrund des warmen September-Wetters und hoher Vergleichswerte schwierig werden für den Online-Händler, glaubt Analyst Geoffroy de Mendez. Zudem ist er aufgrund von Investitionen skeptisch für die Profitabilität im kommenden Jahr.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Boom fürs Bestellen im Internet hat auch Zalando kräftig Rückenwind verliehen. 2020 verdoppelte sich der Wert der Aktie. Dieses Jahr sieht dagegen deutlich trüber aus. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast zwölf Prozent verloren. In den vergangenen drei Monaten summiert sich das Minus sogar auf ein Fünftel.

Die Aktie gehört 2021 sogar zunächst zu den Gewinnern, wenn auch der Zuwachs bislang nicht mehr so hoch ausfällt wie in den beiden Jahren zuvor. Mitte Februar hatte das Papier erstmals die Marke von 100 Euro übersprungen. Nach der Entscheidung des Großaktionärs Kinnevik ging es jedoch erst einmal wieder bergab. Der schwedische Investor will sich wieder stärker auf jüngere, wachstumsträchtige Beteiligungen konzentrieren, die in zunehmenden Maße noch nicht börsennotiert sind. Bis Anfang März stürzte das Papier auf gut 80 Euro ab.

Danach erholte sich das Papier wieder rasch und kletterte bis Juli auf mehr als 104 Euro, auch angetrieben durch die Prognoseerhöhung. Seit September zeigt der Kurs jedoch wieder talwärts, die Aktie verlor seine im Frühjahr und Sommer eingefahrenen Gewinne wieder komplett und notiert aktuell wieder um die 80 Euro. Längerfristig bleibt die Bilanz jedoch positiv: Wer seit drei Jahren dabei ist, kann sich über ein Kursplus von fast 140 Prozent freuen. Im Fünf-Jahres-Abschnitt hat sich der Wert immerhin knapp verdoppelt. Aktuell kommt Zalando auf eine Marktkapitalisierung von gut 20 Milliarden Euro./nas/ngu/he

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