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Tue Oct 13 15:54:10 CEST 2026
NEW YORK/SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Vier große US-Banken haben im Sommer den Krisen getrotzt und teils kräftig zugelegt. Sowohl die Investmentbank Goldman Sachs als auch die Geldhäuser JPMorgan , Citigroup und Wells Fargo steigerten im dritten Quartal ihre Erträge und Gewinne. Einzig das größte US-Institut JPMorgan konnte die Erwartungen von Analysten am Dienstag nicht ganz erfüllen, weil seine Einnahmen im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen schrumpften. An der Börse wurden die Neuigkeiten unterschiedlich aufgenommen.
Während es für die Aktien von Goldman Sachs und JPMorgan kurz nach Handelsstart in New York um rund ein Prozent aufwärts ging, büßten die Papiere von Citigroup und Wells Fargo in ähnlichem Maße ein.
Sprudelnde Einnahmen verbuchten die Banken vor allem im Aktienhandel. Bei Goldman Sachs lagen die Erträge aus diesem Geschäft im dritten Quartal über 70 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Obwohl die Erträge aus dem Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen minimal zurückgingen, sprangen die gesamten Erträge von Goldman Sachs um fast ein Viertel auf nahezu 18,7 Milliarden Dollar nach oben. Auch die Gebühren der Investmentbank und die Erträge im Fondsgeschäft und der Vermögensverwaltung legten zu.
Analysten hatten mit deutlich geringeren Summen gerechnet. Entsprechend übertraf auch der Quartalsgewinn von Goldman Sachs die Erwartungen der Experten deutlich: Mit 5,3 Milliarden US-Dollar (4,7 Mrd Euro) verdiente das Geldhaus 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bei JPMorgan legten die Geschäfte hingegen nicht so stark zu wie gedacht. Zwar wuchsen die bereinigten Erträge im Jahresvergleich um acht Prozent auf 50,9 Milliarden US-Dollar (45,5 Mrd Euro), und der Gewinn kletterte um sechs Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch im Schnitt mehr erwartet.
Während die Erträge der Bank im Aktienhandel um fast die Hälfte stiegen, warf der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen im Sommer weniger ab als ein Jahr zuvor.
Bankchef Jamie Dimon berichtete von hohen Investitionen der Unternehmen und anhaltenden Konsumausgaben in den USA. Diese hätten die Wirtschaft des Landes angekurbelt. Allerdings warnte er vor den anhaltend hohen Haushaltsdefiziten, einer hartnäckigen Inflation, hohen Vermögenspreisen, steigenden Zinsen und den schwierigen weltpolitischen Rahmenbedingungen. JPMorgan sei daher "auf eine Vielzahl von Szenarien vorbereitet".
Die gestiegenen Leitzinsen stimmen den Manager allerdings optimistischer für die Geschäftszahlen von JPMorgan: So dürfte der Zinsüberschuss der Bank nach seiner Einschätzung in diesem Jahr auf 106,2 Milliarden Dollar steigen. Zuletzt hatte Dimon mit 105,5 Milliarden gerechnet.
Anders als JPMorgan konnte die Citigroup im dritten Quartal im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen punkten. Auch im Aktienhandel lief es überraschend rund. So konnte Citi ein eher schwaches Abschneiden bei der Beratung rund um Fusionen und Übernahmen ausgleichen.
Insgesamt stiegen die Erträge der Bank um knapp 8 Prozent auf 23,85 Milliarden Dollar. Bankchefin Jane Fraser sprach vom stärksten Ergebnis für diesen Zeitraum seit einem Jahrzehnt. Der Nettogewinn wuchs sogar um mehr als ein Drittel auf 5,2 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen von Experten.
Der Anleihehandel der Citi ist der zweitgrößte der Wall-Street-Banken und damit von großer Bedeutung für das Institut. Angesichts steigender Zinsen haben Anleger allerdings momentan die Sorge, dass das lukrative Geschäft ins Stocken geraten könnte.
Auch bei der kalifornischen Großbank Wells Fargo lief es im Sommer überraschend rund. Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit und einer gemischten Verbraucherstimmung gehe es den Privat- und Geschäftskunden der Bank gut, sagte Bankchef Charlie Scharf. Die Verbraucher gäben mehr aus, ihre Einlagen seien gewachsen, und die Unternehmen hätten weiterhin starke Bilanzen und die Verluste blieben niedrig. Finanzchef Mike Santomassimo sah keine Anzeichen dafür, dass im Kreditgeschäft Schwierigkeiten bevorstünden.
Wells Fargos Erträge stiegen im dritten Quartal um zwei Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar - vor allem weil der Zinsüberschuss um fast fünf Prozent zulegte. Der Gewinn wuchs um mehr als sechs Prozent auf knapp 6 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Anders als JPMorgan-Chef Dimon schraubte Wells-Fargo-Chef Scharf seine Erwartungen an den Zinsüberschuss in diesem Jahr nicht nach oben. Er rechnet weiterhin mit einer Summe von etwa 50 Milliarden Dollar./stw/lew/he
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