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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Fed-Chef Warsh hievt Dax auf weitere Bestmarke

Fri Aug 28 18:01:21 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh hat den Dax am Freitag auf ein Rekordhoch getrieben. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex bis auf 26.618,74 Punkte und überbot so seine vor zwei Wochen erreichte ehemalige Bestmarke bei 26.573,50 Zählern. Letztlich ging der Dax 0,77 Prozent höher mit 26.569,99 Punkten aus dem Handel. Damit erzielte er ein Wochenplus von mehr als anderthalb Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen gewann vor dem Wochenende 0,25 Prozent auf 33.029,91 Punkte.

Fed-Chef Warsh habe auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming an Glaubwürdigkeit gewonnen, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation geht, kommentierten die Experten des Analysehauses Capital Economics. Warsh signalisierte die Bereitschaft zu einer Zinserhöhung der Fed. Die Mehrheit der Anleger erwartet nun steigende Zinsen bereits im September.

"Die Anleger spielen nach wie vor nach ihren eigenen Spielregeln und rechnen derzeit Chancen gegen Risiken auf", stellte CapTrader-Marktanalyst Timo Emden fest. Warshs Fingerzeig auf die Inflationsrisiken hätten die Marktteilnehmer zwar nicht ignoriert, aber offenbar als beherrschbar eingestuft. "Das Glas auf dem Frankfurter Börsenparkett ist nach wie vor halb voll und nicht halb leer", ergänzte Emden.

Bereits zuvor hatten die Quartalszahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia und Salesforce die Märkte angetrieben. Weiter sinkende Ölpreise besserten die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zusätzlich. "Die Gespräche zwischen Iran und Oman machen Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Die Börsenampel bleibt auf Grün."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,95 Prozent auf 6.485,67 Punkte nach oben. Außerhalb der Eurozone schlossen die Leitindizes in London und Zürich leicht höher. In New York bewegten sich der Dow Jones Industrial und der technologielastige Nasdaq 100 zum europäischen Handelsschluss kaum.

Autowerte waren vor dem Wochenende am deutschen Aktienmarkt besonders gefragt. An der Dax-Spitze gewannen die Anteile von BMW 4,5 Prozent und profitierten von einer positiveren Haltung der Citigroup. Volkswagen und Mercedes-Benz gewannen jeweils rund drei Prozent.

Auch andere Zykliker konnten bei den Anlegern punkten. Im Dax gehörten der Chemiekonzern BASF und der Chemikalienhändler Brenntag zu den größten Gewinnern. Im MDax spiegelte sich die Sektorenpräferenz mit kräftigen Kursgewinnen für Lanxess und Wacker Chemie wider.

Die Aktien von Siemens erreichten sogar ein Rekordhoch und stiegen schlussendlich um ein Prozent. Damit erholte sich der Technologiekonzern endgültig von den zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen Anfang des Monats.

Weiter auf Rallykurs befanden sich die Aktien von Deutz , die am Freitag auf den höchsten Stand seit 1998 kletterten und letztlich um vier Prozent anzogen. Die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) ist für den Kölner Motorenbauer, der sich damit stärker im Rüstungsgeschäft engagiert, derzeit der stärkste Treiber.

Die Papiere von Traton verloren dagegen 1,4 Prozent, nachdem die Schweizer Bank UBS sie nach starkem Lauf von "Buy" auf "Neutral" abgestuft hatte. Das Margenziel des Nutzfahrzeugherstellers sei zwar konservativ gesetzt und könnte noch etwas steigen, der Marktkonsens habe sich aber wohl bereits darauf eingestellt, hieß es von den Analysten.

Die Titel des Software-Unternehmens Nemetschek gaben nach dem Vortagsplus von fast 10 Prozent um 0,9 Prozent nach. Händler verwiesen auf einen schwächeren Cashflow-Ausblick des US-Wettbewerbers Autodesk als kleine Belastung.

Der jüngsten Erholung des Aktienkurses von Redcare Pharmacy versetzte eine Personalie einen Dämpfer. Olaf Heinrich entschied sich nach drei Jahren an der Unternehmensspitze zum Rückzug. Als Nachfolger ist Peter Schmid von Linstow vorgesehen, der seit April 2026 bereits Mitglied im Aufsichtsrat ist. Die Redcare-Anteile büßten als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax 5,9 Prozent ein./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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