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ROUNDUP 2: Iran-Krieg belastet Aktienmärkte - Gold gefragt

Mon Mar 02 16:16:46 CET 2026

(neu: Kurse, Produktionsstillstand für Flüssiggas in Katar und mehr Details)

FRANKFURT/LONDON/TOKIO/NEW YORK (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg sorgt zum Wochenstart für Verunsicherung an den Finanz- und Rohstoffmärkten. Vor allem der kräftige Anstieg der Gas- und Ölpreise infolge der Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus birgt Risiken für die Weltwirtschaft. Der Seeweg ist ein Nadelöhr des weltweiten Rohstoffhandels. Allerdings hatten sich die Angriffe der USA und Israels auf den Iran schon abgezeichnet, Panik an den Finanzmärkten gab es am Montag nicht.

Der europäische Gaspreis schnellte im Handelsverlauf um rund 50 Prozent in die Höhe und erreichte den höchsten Stand seit gut einem Jahr. Zuletzt hatte ein Produktionsstillstand für Flüssiggas in Katar den Preis noch einmal deutlich in die Höhe schnellen lassen.

Am Ölmarkt waren in der Nacht zum Montag die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten ebenfalls stark gestiegen. Brent erreichte in der Spitze den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl den höchsten Stand seit Juni 2025. Die Preise kamen danach aber etwas zurück. Für Brent mussten zuletzt 79,27 Dollar je Barrel (159 Liter) gezahlt werden, für US-Öl 72,21 Dollar. Das waren rund acht beziehungsweise sieben Prozent mehr als vor dem Wochenende.

Jetzt kommt es vor allem darauf an, ob der Konflikt länger dauert oder zügig beendet wird. "Bleibt es bei einem kürzeren Konflikt, werden die wirtschaftlichen Folgen jedenfalls begrenzt bleiben", erklärt der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Auch Analyst Michael Hsueh von Deutsche Bank Research verweist als entscheidend auf die Dauer des Konflikts und ob und in welchem Umfang die Straße von Hormus wieder befahrbar wird. Höhere Ölpreise, ein zunehmender Druck auf US-Präsident Donald Trump in der Heimat sowie die Priorität der Golfstaaten, ihre wirtschaftliche Stabilität zu sichern, seien einige der Schlüsselelemente mit Blick auf eine mögliche Deeskalation.

Hsueh machte in einer Analyse drei wesentliche Szenarien auf. Sollte die wichtige Ölhandelsroute nach zwei Wochen durch den Iran wieder freigegeben werden und iranische Ölexporte durch Schäden am Logistik-Hub auf der Insel Kharg nicht mehr eingeschränkt sein oder Reparaturen rasch vorankommen und die USA Exporte erlauben, würde der Brent-Preis nach einem Anstieg bis auf 80 Dollar wohl wieder auf 70 Dollar fallen. Sollten zumindest einige Schiffe das Nadelöhr noch passieren, rechnet der Deutsche-Bank-Experte mit einem Preis von 80 bis 100 Dollar. Im Falle einer kompletten Schließung des Seewegs - etwa durch Minen des Iran und andere Maßnahmen - würde der Preis wohl in Richtung 200 Dollar steigen.

Da höhere Ölpreise die Wirtschaftsleistung drücken, verzeichnen die Aktienmärkte überwiegend Verlusten. Berechnungen der Europäischen Zentralbank zeigten, dass ein Ölpreisanstieg um zehn Prozent mittelfristig das Potenzialwachstum um 0,2 Prozent drücke, schrieb VP-Bank-Experte Gitzel. Zu einem ähnlichen Ergebnis kämen Berechnungen von Oxford Economics für die US-Wirtschaft. Das Potenzialwachstum ist ein Maß für das Wachstum der Wirtschaft bei normaler Auslastung.

In Kombination mit dem anziehendem Erdgaspreis und den insgesamt höheren Energiepreisen stelle sich erneut die Frage, ob die Preise insgesamt wieder stark steigen, schrieb Kapitalmarktanalyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Handelshaus IG Markets. Höhere Energiepreise wirkten direkt auf Verbraucherpreise, Produktionskosten und Inflationserwartungen. Die kommenden Tage könnten daher nicht nur für Energiemärkte entscheidend werden - sondern auch für die geldpolitische Perspektive weltweit.

Aktuell wird am Markt noch davon ausgegangen, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr die Leitzinsen noch zweimal senken kann; eine unerwartet hohe Teuerung infolge des Iran-Krieges aber könnte der Fed einen Strich durch die Rechnung machen. Für Aktienanleger wäre das eine schlechte Nachricht, da sie bislang auf eine Lockerung der US-Geldpolitik gesetzt haben.

In Asien geriet vor allem der japanische Nikkei 225 unter Druck, denn das rohstoffarme Land ist von Energieimporten besonders abhängig. Auch am deutschen Aktienmarkt ist die Stimmung trüb. Anleger hatten vor dem Wochenende noch auf ein Rekordhoch des Dax gehofft. Nun sackte der deutsche Leitindex bis zum Nachmittag um 2,4 Prozent ab. Am US-Aktienmarkt fiel der viel beachtete Dow Jones Industrial um 0,7 Prozent.

Besonders stark sanken die Aktienkurse von Chemie- und Touristikkonzernen . Zwar geben Chemiekonzerne Ölpreisschwankungen teils an die Kunden weiter, dennoch können höhere Ölpreise auf die Margen drücken. Zudem kam der Reiseverkehr in Nahost zum Erliegen. Der Luftraum ist gesperrt. Auch Kreuzfahrtschiffe sitzen fest.

Nach Einschätzungen von US-Präsident Trump könnte der Krieg mit dem Iran noch vier Wochen dauern. Gefragt sind daher Rüstungswerte und Aktien von Ölunternehmen sowie Ölfeldausrüstern .

Zudem setzen Investoren wieder stark auf den sicheren Hafen Gold . Der Preis für das Edelmetall zog deutlich an, zuletzt mussten für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) rund 5.335 Dollar bezahlt werden - das Rekordhoch von fast 5.600 Dollar von Ende Januar kommt damit näher. Auch der Silberpreis legte zu.

Am Devisenmarkt griffen Investoren beim Dollar zu. Der Kurs des Euro fiel auf zuletzt 1,1715 Dollar. "Zunächst einmal profitiert der Dollar in Kriegssituationen in der Regel, da er die Weltleitwährung ist", so Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Zudem dürfte sich die US-Wirtschaft gegenüber einem möglichen Ölpreisschock als widerstandsfähiger erweisen als die Wirtschaft im Euroraum./mis/stw/stk/la/jha/

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