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Fri May 15 20:21:24 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - Die wieder anziehenden Ölpreise haben am Freitag erneut Inflationsängste geschürt und damit die US-Börsen belastet. Weltweit kletterten die Renditen an den Anleihemärkten in die Höhe, was den jüngsten Rekordlauf an der Wall Street abrupt beendete.
Anleger nahmen die Ergebnisse des Gipfeltreffens zwischen den USA und China mit Blick auf den Iran-Krieg mit Enttäuschung auf. Es bleibt nun dabei, dass die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus weiter faktisch geschlossen ist.
Damit verzeichneten die zuletzt noch im Zuge der Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) besonders stark gestiegenen, aber auch sehr konjunktursensiblen Technologiewerte Verluste. So fiel der Tech-Index Nasdaq 100 um 0,7 Prozent auf 29.373 Punkte.
Das breit gefasste Börsenbarometer S&P 500 verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 7.452 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte 0,8 Prozent auf 49.655 Punkte ein. Auf Wochensicht deutet sich für ihn ein Mini-Plus an.
Die in dieser Woche veröffentlichten Preisdaten und der erneute Anstieg des Rohölpreises schürten Inflationsängste, sagte Matt Maley, Chef-Marktstratege bei Miller Tabak + Co. Der Experte verwies darauf, dass die langfristigen Renditen derzeit auf dem höchsten Niveau seit rund zwölf Monaten notieren. Dadurch sind Anleihen gegenüber Aktien attraktiver geworden. Dies hat Maley zufolge Anleger dazu veranlasst, nach der enormen sechswöchigen Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt einige Gewinne mitzunehmen.
Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners ergänzte, auch beim Handel seien einige Vereinbarungen zwischen Washington und Peking hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben. So hat China nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump nicht wie erhofft H200-Chips von Nvidia gekauft, die speziell für generative KI entwickelt wurden. Die Chinesen hätten sich dagegen entschieden, sie wollten ihre eigenen Chips entwickeln, sagte der US-Präsident. Die Aktien von Nvidia fielen um knapp zwei Prozent.
Die Titel von Applied Materials hielten sich zuletzt recht stabil, nachdem die Anleger zunächst auch bei diesem Unternehmen Kasse gemacht hatten. Zuvor hatten Analysten den Quartalsbericht und den Ausblick des Anlagenherstellers für die Halbleiterindustrie gelobt.
In dem schwachen Umfeld gaben die Anteilscheine von Cerebras Systems um 6,6 Prozent auf 300 US-Dollar nach. Am Donnerstag hatten sie inmitten des KI-Booms einen fulminanten Börsenstart hingelegt. Die Aktien des Rechenzentren-Betreibers und Chipherstellers für KI-Anwendungen hatten knapp 70 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 185 Dollar geschlossen.
Gegen den Trend gewannen Microsoft am Freitag 4,5 Prozent. Der Hedgefonds Pershing Square des Investors Bill Ackman baute eine neue Beteiligung an dem Software-Konzern auf. Ackman sagte, Microsoft sei stärker und widerstandsfähiger, als die Anleger glaubten. Der cloudbasierter Abo-Dienst Microsoft 365, zu der Word und Excel gehören, sowie der Azure-Clouddienst seien "zwei der wertvollsten Geschäftsbereiche im Bereich der Unternehmenstechnologie".
Die Aktien von Figma schnellten gar um fast 15 Prozent nach oben. Das Kreativ-Softwareunternehmen übertraf mit seinem ersten Quartal die Erwartungen und hob seine Jahresziele an. Laut Analysten sind mit den Zahlen Bedenken hinsichtlich KI-bedingter Verwerfungen gemildert worden./la/he
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