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Thu Apr 30 06:23:55 CEST 2026
INNSBRUCK (dpa-AFX) - Wer am letzten Mai-Wochenende Richtung Österreich und Italien in den Urlaub starten will, hat möglicherweise Pech gehabt. Am 30. Mai soll nämlich wegen einer Demonstration die Brennerautobahn gesperrt werden, die wohl wichtigste Verbindung für Verkehr in den Süden. Was der Automobilclub ADAC Urlaubern rät, die an besagtem Samstag rechtzeitig ans Ziel kommen wollen - oder die Heimreise nach Deutschland antreten wollen.
Wie schlimm wird es?
Ein "verkehrspolitisches Schreckensszenario" werde Realität, sagt der ADAC. Von 11.00 bis 19.00 Uhr soll die zu Urlaubszeiten ohnehin vielbefahrene und stauträchtige Urlaubsroute auf der Autobahn 13 zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner an diesem Tag dicht sein. "Und das mitten in den Pfingstferien", da sei "Chaos vorprogrammiert", so die Verkehrsexperten.
Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt haben nämlich Ferien. An die 14 Millionen Fahrzeuge im Jahr sind auf der Brennerautobahn unterwegs. Eine nahezu vollständige Blockade der Route durch das zum Pass führende Wipptal ist in Friedenszeiten sehr ungewöhnlich.
Gibt es Ausweichrouten?
Schwierig. "Da der Reiseverkehr regelmäßig auch die Tauernautobahn A10 an ihre Grenzen bringt, ist es utopisch zu denken, dass der komplette Verkehr vom Brenner auf die Tauernautobahn umgelenkt werden kann", meint Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. "Auch Routen über den Reschenpass, das Timmelsjoch oder die Felbertauernstraße sind nicht dafür geeignet, die zusätzliche Verkehrslast zu tragen."
Das Land Tirol kündigt an: Man werde den Durchgangsverkehr "großräumig" über die Schweiz und über benachbarte Bundesländer umleiten. Auch in die Navigationssysteme sollen die Informationen einfließen.
Wie sieht es mit Schleichwegen aus?
Auch schlecht. Die Tiroler Landesregierung kündigte an, nicht nur die Autobahn zu sperren, sondern auch den Durchgangsverkehr auf der parallelen Bundesstraße und Landesstraße. "Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen", warnte die Landesregierung in Innsbruck schon mal vorsorglich. Auch der ADAC warnt: "Das nachgeordnete Straßennetz ist chronisch überlastet". Wer hofft, hier trotzdem durchzukommen, könnte Pech haben. Die Polizei kündigte zusätzliche Kontrollen an: "Nicht Berechtigte müssen umdrehen".
Sollte man trotzdem fahren?
Besser nicht. Auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai werde es eine deutliche Mehrbelastung auf den Straßen geben, so die Prognose des ADAC. Auch die Landesregierung des österreichischen Bundeslandes rät, Tirol großräumig zu umfahren. "Es wird zudem empfohlen, auf nicht notwendige Autofahrten innerhalb Tirols bestmöglich zu verzichten."
Vielleicht doch besser umplanen?
"Urlauber, die genau am 30. Mai über den Brenner müssen, haben also ein großes Problem", bringt es der ADAC auf den Punkt und rät, Reisen an dem betroffenen Samstag besser zu vermeiden. "Wer noch spontan umbuchen und damit den Reisetag verschieben kann, sollte dies dringend tun", sagt Kreipl.
Warum gibt es die Sperrung?
Der Abschnitt der Brennerautobahn soll für eine Demonstration gegen die immense Verkehrsbelastung umliegender Gemeinden gesperrt werden. Angemeldet hat sie der Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson. Zweimal war er mit entsprechenden Anträgen gescheitert. 2025 gab das Tiroler Landesverwaltungsgericht mit Blick auf die Versammlungsfreiheit einer Beschwerde statt.
Der Autobahnbetreiber Asfinag geht davon aus, dass während der Sperre am 30. Mai mehr als 32.000 Fahrzeuge den Brenner nicht passieren können werden. Der Brennerpass gilt als meistbefahrene Verkehrsverbindung von Mittel- und Nordeuropa nach Italien./cor/DP/zb
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