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Fri Mar 13 15:03:27 CET 2026
KÖLN (dpa-AFX) - Kinder und Jugendliche werden nach Ansicht der Medienanstalten in sozialen Netzwerken nicht ausreichend geschützt. Eine Übermacht von Algorithmen und KI-Anwendungen schaffe neue Herausforderungen, heißt es. Mit Blick auf Altersbeschränkungen mahnen die Einrichtungen in ihrem "Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht 2026" zudem an, Schutzbedürfnisse und das Recht auf digitale Teilhabe zusammenzudenken.
Während Länder wie Australien bereits ein Nutzungsverbot für unter 16-Jährige in Kraft gesetzt haben, wird auch in Deutschland über die Notwendigkeit effektiver Zugangsbeschränkungen diskutiert. Der Bericht der Medienanstalten mahnt dahingehend ein differenziertes Vorgehen an.
Altersgrenzen: Schutz oder Ausschluss?
Nach Angaben der Landesmedienanstalten ist die Studienlage zur Wirkung von sozialen Medien auf die psychische Gesundheit komplex. Während ein Verbot Risiken wie Cybermobbing oder die Konfrontation mit nicht altersgerechten Inhalten minimieren könnte, warnen Kritiker demnach vor einem Ausschluss von elementaren Bereichen der sozialen Teilhabe und politischer Information.
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina plädiert in diesem Zusammenhang für ein gestuftes System: kein Zugang unter 13 Jahren und eine begleitete Nutzung für 13- bis 15-Jährige.
Ein zentrales Problem sehen die Autoren der Medienanstalten in der mangelnden Durchsetzung bestehender Regeln. "Altersgrenzen haben derzeit oft nur einen Effekt: Sie reduzieren das Haftungsrisiko der Anbieter", kritisiert Eva-Maria Sommer, Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Plattformbetreiber hätten bisher wenig Interesse daran, ihre eigenen Altersvorgaben technisch effektiv zu überprüfen, obwohl verlässliche Systeme zur Altersverifikation, etwa durch KI-basierte Altersschätzung, längst existierten.
Influencer und Algorithmen als Risikofaktoren
Der Bericht beleuchtet zudem die wachsende Rolle von Influencern, die für Jugendliche oft nahbare Vorbilder und zentrale Informationsquellen seien. Problematisch ist den Autoren zufolge, dass insbesondere politische Influencer häufig emotionale und zugespitzte Kommunikationsstrategien nutzten, die journalistische Standards vermissen ließen. Feindbildkonstruktionen und Desinformation seien keine Seltenheit und könnten zur Radikalisierung beitragen.
Auch Funktionsweisen der Plattformen selbst stehen in der Kritik. Mechanismen wie "Rage Bait" - Inhalte, die gezielt Wut auslösen - werden demnach als Reichweitenmotoren genutzt. Hinzu kämen verzerrte Körperbilder durch digitale Beauty-Filter, die nachweislich die Unzufriedenheit Jugendlicher mit dem eigenen Aussehen verstärken könnten.
Trotz der Forderung nach strengerer Regulierung bleibt Medienkompetenz für die Medienanstalten die "zweite Säule" eines wirksamen Jugendschutzes. Ziel sei es nicht, Jugendliche digital zu isolieren, sondern ihre Resilienz zu stärken./ram/DP/men
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