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Wed May 06 15:34:40 CEST 2026
(Wiederholung mit Präzisierung im letzten Satz des drittletzten Absatzes: Der Stellenabbau in Nordamerika wurde bereits im vergangenen Sommer angekündigt.)
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeug-Hersteller Daimler Truck hat im ersten Quartal die Probleme in Nordamerika zu spüren bekommen. Umsatz und operatives Ergebnis fielen deutlich. Unter dem Strich sorgte auch eine Abschreibung für den verzögerten Produktionsstart bei einer Batteriefirma in den USA für Sonderkosten. Das Management um Chefin Karin Radström sieht aber mit dem nun wieder anziehenden Auftragseingang Licht am Ende des Tunnels und bestätigte seine Jahresprognose. Schon im zweiten Quartal soll es im wichtigen US-Markt bei der Profitabilität wieder deutlich aufwärtsgehen. Die Aktie legte zu.
Zuletzt gewann das Papier am Mittag rund ein Prozent, 2026 liegt es damit rund 17 Prozent um Plus. Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies sah die Ergebnisse des ersten Quartals im Rahmen seiner eigenen Schätzungen, aber unter denen des Marktes. Entscheidend sei aber, dass sich das Unternehmen für das zweite Quartal in Nordamerika bereits bei der operativen Marge wieder in der Region von 7 bis 8 Prozent sehe, und das im frühen Stadium sich bessernder Aufträge.
Die Bestellungen bei Daimler Truck sprangen um die Hälfte in die Höhe. Nach dem Einbruch im Vorjahr zogen sie in den ersten drei Monaten auf 114.043 Fahrzeuge an. Wegen der Unsicherheit um die Entwicklung der Wirtschaft infolge von Zollerhöhungen hatten Speditionen in den USA im vergangenen Jahr zwischenzeitlich kaum noch Lkw bestellt. Das zeigte sich nun in den operativen Zahlen. Finanzchefin Eva Scherer sprach vom geringsten Absatzvolumen in den USA einem Quartal seit 2010.
Der gesamte Umsatz des Industriegeschäfts - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - fiel im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit wie bereits bekannt 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent.
Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern sank gar um über die Hälfte auf 498 Millionen Euro, wie das Dax-Unternehmen am Mittwoch in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Die von Anlegern viel beachtete bereinigte operative Gewinnmarge im Industriegeschäft sackte um 4,6 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Die Ergebnisse fielen damit schwächer aus als von Analysten ohnehin befürchtet. Scherer zufolge haben unter anderem Zölle in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags das Ergebnis belastet.
Unter dem Strich ging der Gewinn je Aktie um 80 Prozent auf 0,18 Euro zurück. Neben dem schwachen Abschneiden im Tagesgeschäft verzeichnete Daimler Truck im Beteiligungsergebnis einen Verlust von 239 Millionen Euro. Das lag vor allem an einer Abschreibung bei der Beteiligung Amplify wegen der Verschiebung des Produktionsstarts sowie des Hochlaufs der Batterieproduktion in den USA.
"Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen", sagte Daimler-Truck-Chefin Radström laut Mitteilung. In den USA hätten sich die Auftragseingänge deutlich erholt. "Diese Dynamik dürfte sich in den kommenden Quartalen positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken", sagte die Managerin.
So sieht sie die Nordamerikasparte - im Regelfall die Renditeperle des Konzerns - im zweiten Quartal am oberen Ende der Bandbreite des Jahresausblicks des Bereichs von 6 bis 8 Prozent - im ersten Quartal standen hier nur 5,4 Prozent zu Buche. Auch bei der in Europa starken Lkw-Marke Mercedes-Benz und bei den Bussen sollte sich die Marge im laufenden Dreimonatszeitraum wieder bessern.
Der schwächelnde US-Markt und weniger verkaufte Busse hatten zuletzt bei Daimler Truck für einen erneuten Absatzrückgang gesorgt. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist besonders die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika wird gespart, bereits im vergangenen Sommer hatte der Konzern dort den Abbau von über 2.000 Stellen angekündigt.
Hauptversammlung
2025 sei ein bewegtes Jahr gewesen, und die anhaltend schwierige Lage im Mittleren Osten lasse auch für dieses Jahr keine Beruhigung erwarten, sagte Aufsichtsratschef Joe Kaeser auf der am Mittwochvormittag im Anschluss an die Vorstellung der Quartalszahlen stattfindenden Hauptversammlung. Das vergangene Jahr habe deutlich gemacht, wie stark Geschäftsentscheidungen und Geschäftsentwicklungen von geoökonomischen und geopolitischen Einflüssen geprägt werden. In einem solchen Umfeld sei es besonders wichtig, das Geschäft auch strukturell zu stärken, sagte Kaeser.
Chefin Radström sagte in ihrer Rede auf der Hauptversammlung, dass sie das Unternehmen für noch stärkere Ergebnisse aufstellen wolle. Daimler Truck solle schneller, fokussierter und wirksamer werden. "Deshalb stärken wir eine leistungsorientierte Unternehmenskultur", sagte sie. Rollen, Verantwortung und Wirkung rückten stärker in den Mittelpunkt als formale Hierarchien. Das solle die Zusammenarbeit prägen und letztlich zu weniger Komplexität, schnelleren Entscheidungen und mehr Wirkung führen./men/rwi
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