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Mon Oct 05 10:23:30 CEST 2026
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Hohe Anleiherenditen sind zum einen Konkurrenz für Aktien, zum anderen aber auch Krisensignal. Dennoch erwartet kaum jemand einen Einbruch am Aktienmarkt - im Gegenteil. Gute Unternehmenszahlen stützten, heißt es.
5. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Tech-Index Nasdaq 100 hat am Freitag ein neues Allzeithoch erreicht, der DAX bleibt rund 5 Prozent von seinem Rekordstand entfernt. "Die Kombination aus steigenden Energiepreisen und dem kräftigen Sprung bei den Anleiherenditen verstärkt wirtschaftliche Risiken, belastet teilweise die Gewinnentwicklung und drückt auf die Bewertungsniveaus", erklärt DekaBank-Analyst Joachim Schallmayer.
Für etwas Erholung sorgten die US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag. "Der US-Arbeitsmarktbericht für September enttäuschte auf ganzer Linie", kommentiert LBBW-Analyst Thomas Meißner. "Die Fed dürfte zwar die Leitzinsschraube demnächst noch einmal fester drehen, aber verhaltener, als dies mancher gedacht hatte."
Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 25.308 Punkten nach 25.274 am Freitagabend und 26.659 im Allzeithoch Ende August. Auch der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) liegt aktuell rund 5 Prozent unter seinem jüngsten Rekord. Die US-Börsen hatten am Freitag mit Gewinnen geschlossen. Auffällig bleibt die Bitcoin-Entwicklung: Der Bitcoin hat am Freitag 87.000 US-Dollar erreicht, am Montagmorgen sind es mit 85.747 US-Dollar wieder etwas weniger.
"Gewinnwachstum der US-Tech-Unternehmen mehr als robust"
Robert Halver von der Baader Bank weist darauf hin, dass die Realrenditen von Anleihen "nur überschaubar in positivem Terrain" liegen. "Damit stellen sie keine große Bedrohung für sachkapitalistische Anlageklassen wie Aktien und auch Edelmetalle dar", meint er. Um die Bewertung von Aktien macht er sich keine Sorgen. "Das Gewinnwachstum der US-Tech-Unternehmen ist mehr als robust." In Deutschland helle sich das Bild im Übrigen auf, dank höherer öffentlicher Investitionen und stärkerer Exportnachfrage. Das Basisszenario bleibe konstruktiv. "Wenn sich die geopolitische Lage schrittweise beruhigt, die zins- und geldpolitischen ?"ngste begrenzt sind und die weltwirtschaftliche Erholung für zusätzlichen Rückenwind sorgt, muss man an den Aktienmärkten im Herbst trotz Schwankungen nicht in Panik geraten."
"Bald positive Saisonalität"
Auch Andreas Hürkamp von der Commerzbank geht davon aus, dass sich der DAX nach einem schwachen September im Oktober Herbstwinden stellen muss - mit steigenden Renditen, geopolitischen Unsicherheiten und transatlantischem Störfeuer mit den nahenden US-Zwischenwahlen. Doch auch er bleibt zuversichtlich: "Immerhin hilft der stetige Aufwärtstrend der Analystenerwartungen für die DAX-Unternehmensgewinne, was auf die mittlere Sicht zum dominierenden Faktor werden dürfte."
Deka-Analyst Schallmayer sieht das ähnlich. "Grundsätzlich sollte die Kombination aus kräftigem Gewinnwachstum, moderaten Bewertungen und bald positiver Saisonalität den DAX stützen." Die DekaBank sieht den DAX in drei Monaten bei 27.000, in sechs Monaten bei 28.000 Punkten.
Erste US-Quartalszahlen
Neuigkeiten gibt es zu einem der spannendsten Börsengänge in diesem Jahr, dem von KI-Riese Anthropic. Ab dem 9. November will Anthropic formell bei Investoren für die Aktien werben, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Der Handel mit den Aktien könnte damit noch vor dem US-Feiertag Thanksgiving am 26. November starten.
Konjunkturzahlen bietet die neue Woche kaum. Allerdings beginnt die US-Berichtssaison mit PepsiCo, wie die DekaBank berichtet. In der kommenden Woche sind dann die US-Großbanken und ASML an der Reihe - Europas wertvollstes Unternehmen.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Dienstag, 6. Oktober
Außerplanmäßige Anpassung SDAX wirksam: Die Wüstenrot & Württembergische AG wird aus dem SDAX gestrichen, da sie die Anforderung für die "Notierung am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse" nicht erfüllt. Dafür rückt SGL Carbon in den SDAX auf.
8.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingang Industrie August. Die Commerzbank geht davon aus, dass die bessere Stimmung durch eine positivere Entwicklung der "harten" Daten bestätigt wird.
Mittwoch, 7. Oktober
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion August. Die Produktion dürfte gestiegen sein und damit die in den vergangenen Monaten besseren Stimmungsindikatoren bestätigen, meint die Commerzbank. Damit stiegen die Chancen, dass die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal zugelegt habe.
20.00 Uhr. USA: Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung.
Von Anna-Maria Borse, 5. Oktober 2026, © Deutsche Börse AG
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