Nachrichten Detail
Tue Feb 24 20:11:31 CET 2026
(Aktualisierung: Reaktion der Anwälte von Mandelson, neuer 3. Absatz, erste Zwischenüberschrift um einen Absatz nach oben verschoben)
LONDON (dpa-AFX) - Der Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein belastet Großbritannien auf den höchsten gesellschaftlichen und politischen Ebenen. Nach der für das Königshaus bedrohlichen zwischenzeitlichen Festnahme des früheren Prinzen Andrew wurde auch der frühere Minister Peter Mandelson vorübergehend festgesetzt. Bereits die Ermittlungen gegen den 72-Jährigen hatten Premierminister Keir Starmer in eine Regierungskrise gestürzt.
Ebenso wie Andrew Mountbatten-Windsor wird Mandelson Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Nach seiner Festnahme am Montagabend durfte er die Polizeistation nach einer Befragung erst am frühen Dienstagmorgen um kurz nach 1 Uhr (Ortszeit) und nur unter Auflagen verlassen. Im Schatten der Nacht wurde er auf dem Rücksitz einer Limousine nach Hause gefahren, wie beim Sender Sky News zu sehen war.
Mandelson hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine Anwälte kritisierten, die Festnahme sei durch die "haltlose Behauptung" ausgelöst worden, Mandelson plane, das Land zu verlassen und dauerhaft im Ausland zu leben. Diese Behauptung sei in keiner Weise wahr, teilte die Kanzlei Mishcon De Reya der Nachrichtenagentur PA zufolge mit. Für Mandelson habe es oberste Priorität, zu kooperieren und seinen Namen reinzuwaschen.
Hintergrund der Ermittlungen sind die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. E-Mail-Verläufe legen den Verdacht nahe, dass Mandelson nicht nur enger mit dem Multimillionär verbandelt war als zuvor bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte.
Premierminister Starmer wegen Mandelson unter Druck
Mandelson war zu Zeiten der Krise von 2008 bis 2010 Wirtschaftsminister unter dem damaligen Premierminister Gordon Brown. Von der Starmer-Regierung war er im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt worden - obwohl seine Verbindung zu Epstein im Grundsatz bekannt war. Als immer mehr Informationen zu beiden ans Licht kamen, wurde Mandelson im September 2025 abberufen.
Starmer musste sich deshalb in den vergangenen Wochen immer wieder rechtfertigen. Der Premier distanzierte sich mehrfach von Mandelson; unter anderem sein Stabschef Morgan McSweeney und sein Kommunikationschef Tim Allan traten von ihren Positionen zurück. Die Regierung will - als Reaktion auf entsprechenden Druck von der Opposition, aber auch aus den eigenen Reihen - im März die ersten Dokumente zur Berufung Mandelsons zum Botschafter freigeben.
In älteren Stellungnahmen hatte der Ex-Minister den Kontakt zu Epstein bereut. In den Akten sind etliche Fotos von Mandelson im Umfeld des 2008 verurteilten Sexualstraftäters zu sehen. Auch in einem ominösen Geburtstagsbuch für den US-Multimillionär tauchen Glückwünsche des Briten auf. Epstein, der über Jahre einen auch pädophilen Missbrauchsring betrieben hatte, starb 2019 in Haft.
In der Mitteilung zur Freilassung schrieb die Londoner Metropolitan Police erneut, dass Durchsuchungen an zwei Adressen durchgeführt worden seien. Die Entlassung unter Auflagen kann in Großbritannien unter anderem bedeuten, dass sich der Beschuldigte nur an einer Adresse aufhalten darf oder seinen Reisepass abgeben muss. Der Vorwurf des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt ist recht weit gefasst, es geht um den schwerwiegenden vorsätzlichen Missbrauch oder die Vernachlässigung von Befugnissen.
Welche Informationen gingen an Epstein?
Den Akten zufolge soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise bereits einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Epstein hatte mit der Verwaltung von Geld anderer ein großes Vermögen angehäuft. Auf den Aufruf aus den USA, das Wissen über Epstein mit dem Kongress zu teilen, hat Mandelson dem Vernehmen nach bislang nicht reagiert.
Im Fall des früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor legen die Akten nahe, dass dieser während seiner Zeit als Handelsbeauftragter von 2001 bis 2011 vertrauliche Informationen an Epstein weitergeleitet haben könnte. Der 66-Jährige hatte im Verlauf des Skandals seine Titel und militärischen Ehren verloren. Mittlerweile geht es darum, dass er auch seinen achten Platz in der Thronfolge verlieren soll.
Mandelson verlor bereits seinen Sitz im britischen Oberhaus. Auch der Lord-Titel soll ihm nach dem Willen der Regierung entzogen werden.
Die britischen Medien reagierten auf die zwischenzeitliche Festnahme des Ex-Ministers ähnlich wie bei Andrew mit Eilmeldungen und Live-Tickern. Auch von dem tief gefallen Royal war ein Foto vom Moment der Abfahrt von der Polizei entstanden - und um die Welt gegangen. "Mandelson wegen "an Epstein weitergegebener Geheimnisse" festgenommen", titelte die Zeitung "The Times".
Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen sagte der BBC zufolge: "Zu sehen, wie der Mann, den er (Starmer) auf den höchsten Posten im diplomatischen Dienst berufen hat, von der Polizei festgenommen wird, ist ein Bild, das uns meiner Meinung nach noch viele, viele Jahre begleiten wird." Die Festnahme sei "der prägende Moment" in der Amtszeit des Premierministers, sagte Badenoch./mj/DP/he
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
