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ROUNDUP/Fristablauf: Unicredit hält weiter 39 Prozent der Commerzbank-Aktien

Fri Jun 19 17:26:17 CEST 2026

MAILAND: (dpa-AFX) - Die Unicredit hält nach Ablauf der regulären Annahmefrist rechnerisch rund 39 Prozent der Commerzbank-Aktien. Bis Ablauf der Angebotsfrist vom 5. Mai bis zum 16. Juni bekam die Unicredit nach eigenen Angaben 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Dies teilte die Unicredit am Freitag in Mailand mit. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Italiener vor der Offerte hielten, würde der Anteil der Unicredit an Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank rechnerisch auf 39,28 Prozent steigen.

Damit hat sich die Position im Vergleich zur Mitteilung vom 16. Juni kaum geändert. Wie erwartet können die Anteilseigner der Commerzbank ihre Aktien bis zum 3. Juli innerhalb einer Nachfrist weiter in Unicredit-Papiere umtauschen. Das finale Ergebnis solle voraussichtlich am 8. Juli veröffentlicht werden, teilte die Unicredit mit.

Die geplante Übernahme der Commerzbank stößt bei dem Institut selbst und der Regierung auf großen Widerstand. So lehnt die Bundesregierung den Umtausch des vom Staat gehaltenen Aktienpakets von etwas mehr als 12 Prozent ab. Die Unicredit wiederum selbst kämpft mit harten Bandagen - beide Häuser überziehen sich mit gegenseitigen Vorwürfen.

Die Commerzbank rät ihren Anteilseignern weiterhin davon ab, das Umtauschangebot anzunehmen: Es sei "unverändert keine angemessene Prämie" enthalten, sagte ein Sprecher. Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Umgerechnet war das lange Zeit weniger, als die Commerzbank-Papiere an der Börse wert waren.

"Nichtsdestotrotz bleibt die Commerzbank offen für Gespräche, sofern es eine echte Bereitschaft seitens der Unicredit gibt, die von uns aufgezeigten Punkte ernsthaft zu diskutieren", teilte das Frankfurter Geldhaus mit. "Die Voraussetzungen sind unverändert: eine attraktive Prämie für unsere Aktionärinnen und Aktionäre und ein Plan, der die Erfolgsfaktoren unseres Geschäftsmodells angemessen berücksichtigt."

Über die rechnerisch 39 Prozent hinaus hat sich das Mailänder Institut über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente und käme so nach eigenen Angaben auf 42,50 Prozent. "Dieser Prozentsatz steigt auf 44,33 Prozent, sobald die Commerzbank ihre eigenen Aktien zurückkauft, wozu sie sich verpflichtet hat", rechnete die Unicredit vor

Nahezu den gesamten Bestand ihrer Commerzbank-Aktien und der Finanzinstrumente hat die Unicredit nach eigenen Angaben für den Fall, dass sie diese wieder verkaufen würde, abgesichert. Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Die Offerte beinhaltete keine Prämie. Im Gegenteil: Umgerechnet lag der Wert des Gebots die meiste Zeit der Offerte unter dem Kurs der Commerzbank-Papiere.

Am späten Freitagnachmittag kostete eine Aktie der italienischen Bank 80,60 Euro. Damit wird eine Commerzbank-Aktie umgerechnet mit rund 39 Euro bewertet. Der Kurs des Commerzbank-Papiers lag zuletzt mit 38,60 Euro leicht darunter. Allerdings ist bei der Rechnung der zu erwartende Abschlag für eine Zwischendividende der Italiener im Herbst nicht enthalten.

Würde man diesen berücksichtigen, läge die Unicredit-Offerte etwas unter dem aktuellen Commerzbank-Kurs. Die Commerzbank wird an der Börse derzeit mit knapp 42 Milliarden Euro bewertet; die Unicredit ist mit etwas mehr als 121 Milliarden Euro deutlich größer.

Die Commerzbank wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen das aus ihrer Sicht "feindliche" Vorgehen von Unicredit-Chef Andrea Orcel und verdächtigt die italienische Großbank, ihre Aktienposition "künstlich aufzublähen". Zwecks Klärung hat der Dax-Konzern die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Zudem stellte der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation.

Die Unicredit wies die Vorwürfe wiederholt zurück und drohte jüngst indirekt mit dem Austausch der Commerzbank-Führungsspitze: "Sollte Unicredit auf der Hauptversammlung ausreichende Unterstützung durch Aktionäre erlangen, wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen, der seinerseits für die Bestellung des Vorstands zuständig wäre."

Die Kritik der Commerzbank lenke vom wirtschaftlichen Sinn der Übernahme ab, argumentiert die Unicredit. In Deutschland ist das Institut bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen.

Der deutsche Staat, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat jüngst erneut klargemacht, dass er seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen wird. Das Übernahmeangebot enthalte "keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie". Das "aggressive Vorgehen" der Unicredit werde abgelehnt.

Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands und sei als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt, bekräftigte der Bund. "Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen."/ben/stw/als/zb/DP/zb

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