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Tue Mar 10 10:01:55 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei wieder gesunkenen Ölpreisen holt der Dax am Dienstag auf seiner Erholung vom Tief seit Mai 2025 deutlich Schwung. Es stimmte die Anleger mutiger, dass US-Präsident Donald Trump am Vorabend ein baldiges Ende des Iran-Krieges ins Spiel gebracht hat. Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan", sagte er auf dem US-Sender CBS News.
Der Dax legte gegen Ende der ersten Handelsstunde 2,4 Prozent auf 23.959 Punkte zu und näherte sich damit wieder der 24.000-Punkte-Marke. Er bewegte sich im Fahrwasser steigender internationaler Börsen und Ölpreisen, die an oder unter die 90-Dollar-Marke zurückfielen. Für den MDax ging es sogar um 3,2 Prozent auf 29.811 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte 2,7 Prozent zu.
Der Schock, den am Vortag im frühen Handel die erneut hochspringenden Öl- und Erdgaspreise ausgelöst hatten, wirkt damit erst einmal verdaut. Vom Vortagstief bei 22.927 Punkten hat der Dax nun wieder mehr als 1000 Punkte zugelegt. "Wenn geopolitische Risiken plötzlich geringer erscheinen, kehrt an den Märkten oft sehr schnell Risikobereitschaft zurück", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Timo Emden.
Wenn der Krieg tatsächlich schneller beendet werden könne als bislang erwartet, werde die geopolitische Risikoprämie am Ölmarkt rasend schnell abgebaut, erwähnte Stephen Innes von SPI Asset Management. Anstelle weiter das "Kein-Ende-in-Sicht"-Szenario zu verfolgen, starte bereits der "Frontrun auf das Finale". Nach Einschätzung der Helaba ist das Thema Risikoaversion aber noch nicht ad acta zu legen.
Die positive Wendung zeigte sich in der Breite in vielen Industriezweigen. Die am stärksten erholten Dax-Werte waren am Morgen die Aktien von Siemens Energy und Infineon mit mehr als fünf Prozent Plus. Die Titel der Lufthansa , die zuletzt stark unter der Sorge vor hohen Treibstoffpreisen gelitten hatten, zogen im MDax sogar um sieben Prozent an.
Deutlich war das Plus auch bei vielen Autowerten, wozu nach den vorgelegten Jahreszahlen auch Volkswagen mit einem Anstieg um fast vier Prozent gehörte. Der JPMorgan-Experte lobte ein starkes viertes Quartal des Autobauers, das einhergehe mit einem hohen Free Cashflow und einem über den Erwartungen liegenden Dividendenvorschlag.
Kursgewinne in Höhe von fast vier Prozent konnten Anleger auch mit Hugo Boss erzielen. Am Vortag hatten sie sich noch schwer damit getan, Aussagen zur Ausschüttungspolitik des Modekonzerns einzuordnen. Nun bekamen die Aktien Rückenwind von den Jahreszahlen, die über den Analystenprognosen lagen.
Die auffälligste negative Erscheinung waren am deutschen Aktienmarkt die Evotec -Aktien, die um 15 Prozent absackten. Der Wirkstoffforscher stellte einen Umbauprozess unter dem Decknamen "Horizon" vor mit dem Ziel der Kostensenkung. Negativ an kam aber vor allem der Ausblick auf das laufende Jahr, den Analyst Charles Weston von RBC als Enttäuschung wertete.
Unter die größten Gewinner im SDax mischten sich dagegen die Aktien von Dermapharm . Nach der Mitteilung, dass der Arzneimittelhersteller in größerem Stil eigene Aktien zurückkaufen will, ging es für den Kurs um sieben Prozent nach oben. Dies überlagerte die vorgelegten Zahlen. Diese haben laut Fabian Piasta von Jefferies nur am unteren Rand der Zielkorridore gelegen./tih/nas
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