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Mon Jan 12 08:02:31 CET 2026
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Angesichts der Zuspitzung der Lage im Iran haben die Ölpreise am Montag ihre Erholungsgewinne behauptet. Am Morgen mussten für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 63,44 US-Dollar werden und damit 10 Cent mehr. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar stieg um 9 Cent auf 59,21 Dollar.
Am Donnerstagmorgen hatten beide Ölsorten jeweils noch rund drei Dollar weniger gekostet, bevor die Lage im Ölstaat Iran weiter eskalierte. Aktuell gehen dort die Massenproteste gegen das Regime trotz wachsender Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer nahezu vollständigen Internetsperre weiter.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ist nun nach eigenen Angaben bereit, neue Sanktionen gegen den Iran vorzuschlagen. Zudem erhöhte US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Islamische Republik. "Der Iran will verhandeln", sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten. Man werde sich vielleicht mit Vertretern des Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet.
Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste. Worüber der Iran mit den USA Gespräche führen möchte, führte er nicht aus. Er erwägt, die Demonstranten im Iran mit Satelliteninternet zu unterstützen. Trump wollte noch am Sonntag (Ortszeit) mit Tech-Milliardär Elon Musk telefonieren, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt.
Im Blick bleibt auch die Lage in Venezuela. Trump drängte mittlerweile - nur wenige Tage nach den US-Angriffen in Venezuela - Führungskräfte von US-Ölkonzernen, sich in dem südamerikanischen Land massiv zu engagieren. Gleichwohl dürfte es eine Weile dauern, die marode Ölinfrastruktur von Venezuela, das über die weltweit größten Ölreserven verfügt, wieder aufzubauen.
Mittelfristig dürfte also wieder mehr Öl aus Venezuela auf den Weltmarkt strömen. Für 2025 rechnen Experten wie die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs gleichwohl ohnehin schon mit einem weltweiten Überangebot, das auf die Preise drücken dürfte.
Bereits 2025 waren die Preise für Öl um fast ein Fünftel gefallen, nachdem sie auch in den beiden Jahren davor gesunken waren. Zum Vergleich: Ende 2022 hatte ein Fass der Sorte Brent noch rund 85 Dollar gekostet. Kurz nach dem Start des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar war der Brent-Preis sogar bis auf fast 140 Dollar gestiegen./mis/zb/stk
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