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Tue Mar 03 16:51:32 CET 2026
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Eskalation im Nahen Osten löst zwar eine Verkaufswelle am Aktienmarkt aus. Für den ETF-Handel melden Händler aber keine Panik. Sie sehen Käufe und Verkäufe. Eindeutig auf den Einkauflisten stehen ?-l- und Gaspreis-Tracker.
3. März 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Talfahrt an den Börsen geht am Dienstagmorgen weiter. Die Angst um eine Energiekrise hat den DAX unter die 24.000 Punkte-Marke gedrückt. Auch im ETF-Handel ist viel los. "Es herrscht große Aufregung", berichtet Ivo Orlemann von der ICF Bank. Speziell ?-l- und Gas-ETCs würden extrem viel gehandelt, auch mit Hebel. "Insgesamt sehen wir aber keinen Verkaufsdruck." Auch laut Janis Völker von Lang & Schwarz herrscht keine "Panikstimmung". "Kunden reagieren sehr unterschiedlich, der Flow geht in beide Richtungen."
Der Preis für Brent-?-l (XC0009677409) ist aufgrund des Angriffs der USA und Israels auf Iran über 82 US-Dollar geklettert. Der Preis für europäisches Erdgas hat wegen des Lieferstopps aus Katar sogar den höchsten Stand seit über drei Jahren erreicht. Ein Schwerpunkt bei der ICF ist nun der WisdomTree WTI Crude Oil 3x Daily Leveraged (<IE00BMTM6B3>), dessen Kurs stark gestiegen ist. Ebenfalls "große Order" sieht Orlemann im Pendant auf Erdgas, dem WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged (XS2819843900). Klassische Preis-Tracker wie der WisdomTree Brent Crude Oil-ETC (JE00B78CGV99) seien ebenfalls beliebt. Auch bei Lang & Schwarz ist vor allem in ?-l- und Gas-ETCs viel los, oft auch denen mit Hebel.
Sehr viel ruhiger geht es laut Orlemann hingegen bei Gold- und Silberpreis-ETCs zu. "Die Umsätze sind aber immer noch hoch", ergänzt er mit Blick auf den Invesco Physical Gold (IE00B579F325) und den WisdomTree Physical Silver (JE00B1VS3333).
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Was tun im Aktienmarkt-Crash?
Wenn die Aktienmärkte nach unten rauschen, werden viele extrem nervös. "Lass dich jetzt nicht verunsichern", rät Thomas Brummer von der ETF-Plattform extraETF. Geopolitische Konflikte erzeugten kurzfristige Volatilität. Doch auf mittlerer bis längerer Sicht seien solche Einbrüche kaum noch im Chart zu erkennen. Die größten Schäden für das Depot entstehen Brummer zufolge meist nicht durch das Ereignis selbst, sondern durch drei typische Fehler: Panikverkäufe aus Verlustangst, Market Timing ("Ich steige jetzt aus und später wieder ein") sowie die Aktualitätsverzerrung ("Recency-Bias"), also das Fortschreiben aktueller Ereignisse in die Zukunft. Statt hektisch umzuschichten, sei es sinnvoll, die eigene Risikotragfähigkeit ehrlich zu überprüfen.
"Hohe Volatilität, hohe Umsätze"
Auch Aktien-ETFs werden rege gehandelt. "Hohe Volatilität, hohe Umsätze", fasst es Völker zusammen. Er sieht Käufe und Verkäufe. "Auch in Schwellenländer- und Asien-ETFs geht viel um", ergänzt er. Bei der ICF ist abermals ein Dividenden-ETF Umsatzspitzenreiter, der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (NL0011683594).
In der Vorwoche hatten noch die Käufe überwogen. "Bei leicht erhöhten Umsätzen hatten wir rund 30 Prozent mehr Käufe als Verkäufe", berichtet Holger Heinrich von der Baader Bank. Bei US-Aktien stachen auf der Kaufseite ein Nasdaq- und ein S&P 500-Tracker heraus, konkret der Amundi Core Nasdaq 100 Swap (LU1829221024) sowie der UBS Core S&P 500 (IE00BD34DK07). Reduziert wurden der iShares MSCI USA SRI (IE00BYVJRR92) und der State Street SPDR S&P 500 Quality Aristocrats (IE000FJJZA01). Im Bereich der World-ETFs fielen laut Heinrich kaufseitig zwei MSCI World-ETFs der UBS mit Nachhaltigkeitsfilter auf (IE00BN4Q0370, IE000TB15RC6).
"In Europa dominierten bei breit aufgestellten Strategien Käufe", erklärt Heinrich außerdem. Beispiele: der Invesco Euro Stoxx 50 (IE00B60SWX25) und der BNP Paribas Easy MSCI Europe SRI PAB (LU1753045332). Verkäufe hätten vor allem Value- und Large Cap-Strategien betroffen, etwa den UBS MSCI EMU Value (LU0950669845) und den iShares MSCI EMU Large Cap (IE00BCLWRF22).
Verteidigungs-ETFs profitieren nochmals
Im Handel mit Branchen-ETFs sind Rüstungs-Tracker weiter beliebt. "Die Nachfrage ist im Zuge des Angriffs auf Iran wohl noch gestiegen", bemerkt Orlemann. Besonders gefragt: der WisdomTree Europe Defence (IE0002Y8CX98) und der VanEck Defense (IE000YYE6WK5). Der mit über 7 Milliarden Euro an Anlagevermögen größte Rüstungs-ETF, der VanEck Defense, verzeichnete zuletzt wieder Kursgewinne. Das Allzeithoch aus dem Januar hat er aber noch nicht wieder erreicht.
Von Anna-Maria Borse, 3. März 2026, © Deutsche Börse AG
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