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Mon May 25 12:32:13 CEST 2026
PARIS/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf einen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran hat am Montag europaweit für Kursgewinne an den Aktienmärkten gesorgt. Ein Rahmenabkommen sei "weitgehend" ausgehandelt, schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. Trump sprach von geordneten und konstruktiven Verhandlungen. Gleichwohl müssten sich beide Seiten Zeit nehmen, um keine Fehler zu machen.
Damit konnten fast alle Brachen zulegen. Lediglich die als recht defensiv geltenden Telekommunikationswerte und Papiere aus der Öl- und Gasbranche verzeichneten leichte Verluste.
Ölwerte litten darunter, dass die Hoffnung auf eine Wiederöffnung der für die internationale Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus die Ölpreise auf Talfahrt schickte. Dies wiederum gab den Aktien aus der Luftfahrt- und Freizeitbranche Schub, da sich mit den sinkenden Preisen für Rohöl auch die Lage am Kerosin-Markt entspannt. Und Kerosin ist immer noch der dominierende Energieträger in der Luftfahrtbranche. Als Antrieb hinzu kam die Aussicht auf anziehenden Tourismus, falls sich die Lage im Nahen Osten nachhaltig beruhigen sollte.
Insofern zählte der Sektorindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure mit einem Plus von 1,8 Prozent zu den Favoriten an den europäischen Börsen. Mit seinem Sprung zu Wochenbeginn übersprang der Index erstmals seit Mitte April wieder die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie. Sie gilt als Maßstab für die langfristige Entwicklung.
Unter den Einzelwerten profitierten Fluggesellschaften wie Air France-KLM mit einem Kurssprung um 8,1 Prozent. Auch bei der angeschlossenen Flugzeugindustrie war die Kursentwicklung getrieben von der Entspannung: Neben den 2,6 Prozent höheren Airbus-Aktien waren jene des Zulieferers Safran im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145A> mit 5,2 Prozent Plus führend. Im Dax lagen die Papiere des Triebwerkbauers MTU mit 6 Prozent Plus an der Spitze.
Insgesamt vollzögen die Märkte derzeit einen raschen Wandel: Sie preisten nicht länger geopolitische Ängste ein, sondern eine potenzielle Friedensdividende, schrieb Marktbeobachter Stephen Innes. Unter den Anlegern mache sich mit dem sinkenden Ölpreis auch Hoffnung breit, dass die inflationstreibende Wirkung des Ölpreises nachlässt. Dies wiederum dämpft die Furcht vor einer wirtschaftlichen Schwächephase in Folge einer überbordenden Teuerung, die in eine straffere Zinspolitik der Notenbanken münden würde.
Somit waren europaweit insbesondere solche Sektoren gefragt, die als besonders konjunktursensibel gelten. Überdurchschnittlich hohe Gewinne zwischen 1,5 und 2,1 Prozent verzeichneten Aktien von Banken , Industriegüter- beziehungsweise Baustoff-Produzenten und Automobilherstellern . Von diesen Branchen wird erwartet, dass sie im Zuge weiterhin relativ niedrigerer Kredit-Zinsen von einer hohen Nachfrage der privaten Haushalte und hohen Investitionen ihrer Kunden profitierten.
Ein niedriges Zinsumfeld kommt auch den Technologieaktien zugute, denn Tech-Unternehmen versprechen oft hohe Gewinne in der Zukunft. Diese aber sind aus heutiger Sicht weniger wert, wenn hohe Zinsen den Anlegern alternative und sicherere Anlagemöglichkeiten bieten. Damit legte der entsprechende Sektorindex mit einem Plus von 1,2 Prozent ebenfalls stärker zu als der sehr breit gefasste Index Stoxx Europe 600 , der zuletzt 0,8 Prozent gewann.
Und nicht zuletzt können sich die Anleger in einem freundlicheren Umfeld auch wieder auf die Chancen konzentrieren, die sich für Technologie-Unternehmen und die Börsen allgemein durch den umfassenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben können. Dana Malas, Strategin bei der Bank SEB, fasste denn auch die Gemütslage der Investoren so zusammen: "Anleger wollen nicht außen vor bleiben, falls der Iran-Konflikt beigelegt wird, während das KI-Thema den Aktienmarkt weiter beflügelt."/la/ag/men
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