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Fri May 15 11:43:56 CEST 2026
NEW YORK/FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX) - Drohende Gewinnmitnahmen bei Applied Materials trotz guter Geschäftszahlen haben am Freitag den gesamten Halbleitersektor unter Druck gesetzt. Beobachter gehen aber davon aus, dass die maßgeblich vom Thema Künstliche Intelligenz (KI) angetriebene Rally nach einer Pause weitergehen könnte.
Am Donnerstag nach US-Börsenschluss hatte der Chipindustrie-Ausrüster mit seinen Quartalsresultaten positiv überrascht. Auch die Ziele für das laufende Quartal liegen über den Markterwartungen. Viele Experten reagierten darauf mit einer weiteren Anhebung ihrer Kursziele für die Aktien. James Schneider von der US-Investmentbank Goldman Sachs lobte, Applied Materials habe die bereits hohen Erwartungen zum Jahresauftakt noch übertroffen. Er erwartet, dass der Aktienkurs weiter steigen sollte.
Dennoch zeichnet sich am Freitag in New York für Applied Materials zunächst ein Kursrückgang um 3,4 Prozent auf 425,50 US-Dollar ab. Im gestrigen Handelsverlauf hatten die Aktien noch das jüngst erreichte Rekordhoch von 448,45 Dollar eingestellt und letztlich ihr Plus seit Jahresbeginn auf gut 71 Prozent nach oben geschraubt. Die Papiere im Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 , die in diesem Zeitraum noch mehr zugelegt haben, kommen allesamt ebenfalls aus dem Halbleitersektor - ganz vorne liegt der Branchenveteran Intel , dessen Aktienkurs sich mehr als verdreifacht hat.
Am deutschen Markt zog Applied Materials vor dem Wochenende die am besten gelaufenen Branchenwerte besonders in Mitleidenschaft. Im Dax büßten Infineon , die für 2026 eine ähnlich starke Kursbilanz wie Applied Materials vorweisen können, 5,2 Prozent ein. Die gut gelaufenen Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy , der ebenfalls als KI-Profiteur gilt, verbilligten sich um 4,3 Prozent.
Im MDax führte der Applied-Branchenkollege Aixtron mit einem Tagesminus von 6,9 Prozent die Verliererliste an - die Papiere sind aber immer noch fast dreimal soviel wert wie zum Jahreswechsel. Suss Microtec lag mit minus 3,8 Prozent im SDax weit hinten, weist für 2026 aber mehr als eine Kursverdoppelung aus.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 zählte der Subindex der Technologiewerte am Freitag zu den größten Verlierern, seit Jahresbeginn aber weiter zu den Besten. Der Chipausrüster ASML gehörte mit minus 4,4 Prozent zu den schwächsten Werten im EuroStoxx 50 , behauptete für 2026 aber einen Kursgewinn von 42 Prozent. Ähnlich divergierende Kursentwicklungen kann der Infineon-Konkurrenten STMicroelectronics im französischen Cac 40 vorweisen./gl/ag/stk
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