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ROUNDUP 3: Trump über Waffenruhe mit Iran: 'Ich denke, es ist vorbei'

Wed Jul 08 12:01:16 CEST 2026

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WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara.

Trump war dort zunächst gefragt worden, ob die Waffenruhe beendet sei

- und beim zweiten Nachhaken der Reporterin, ob die Waffenruhe und

das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien. Trump antwortete darauf: "Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum." Er halte es für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertretern des Irans abzugeben. "Das sind Lügner", schimpfte Trump.

Auf die Frage, ob seine Aussagen nun bedeuteten, dass Gespräche mit dem Iran nicht wieder aufgenommen würden, sagte Trump: "Das ist mir egal. Sie können reden, aber ich glaube, sie verschwenden ihre Zeit."

In Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus hatte das US-Militär seit Mittwochnacht (Ortszeit) Dutzende Ziele im Iran angegriffen. Zudem setzen die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Irans Streitkräfte beschossen daraufhin US-Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Die Zukunft über weitere Verhandlungen bleibt nun unklar.

Explosionen in mehreren Provinzen an iranischer Küste

Das US-Militär bombardierte nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele im Iran, unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus. Iranische Medien berichteten von Explosionen an mehreren Provinzen an der Südküste. Mindestens ein Soldat der iranischen Flugabwehr wurde getötet.

Irans Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht der Islamischen Republik, teilten daraufhin nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit, ihrerseits 85 Ziele in US-Militäreinrichtungen attackiert zu haben, darunter im Bereich der fünften US-Flotte vor Bahrain sowie auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait. Auch eine feindliche Drohne habe man abgeschossen.

Kein neuer Termin für Verhandlungen bekannt

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Es folgte auf eine Waffenruhe Anfang April. In dem jüngst unterzeichneten Abkommen wurde vereinbart, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran sind das iranische Atomprogramm, die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus sowie Teherans Unterstützung für militante Gruppen in der Region.

Irans Nachbarland Pakistan hatte zwischen Teheran und Washington vermittelt. Gut informierte Kreise in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wiesen am Mittwoch kurz vor Trumps Aussagen in Ankara noch Sorgen zurück, die jüngste Eskalation könne den Verhandlungsprozess gefährden. Eine nächste Runde wäre demnach wieder in Pakistan möglich. Auch die katarische Hauptstadt Doha sei im Gespräch. Ein konkreter Termin war jedoch nicht bekannt.

Angriffe während Irans Trauerfeiern für Chamenei

Die erneute Eskalation erfolgte während der andauernden Trauerfeiern für Irans getötetes Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Nach mehrtägigen Zeremonien folgten am Mittwoch Anhänger im benachbarten Irak Trauerfeiern für Chamenei, der am Donnerstag im Imam-Resa-Heiligtum seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.

Die Streitkräfte der Islamischen Republik hatten ihren Feinden vor den Trauerfeierlichkeiten bereits gedroht. "Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden", hieß es in einer Erklärung der iranischen Revolutionsgarden. Zudem hatte Teheran in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, nur eine vom Iran vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher.

Ein US-Beamter bezeichnete die US-Angriffe gegenüber dem Sender CNN als "Bestrafung". Zudem setzten die USA zuvor gelockerte Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Als Folge zogen die Ölpreise wieder an. Trump hatte dem Iran zuletzt erneut gedroht und gesagt, es werde entweder ein Abkommen geben oder die USA würden "den Job zu Ende bringen".

Experte: US-Regierung muss sich entscheiden

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, wenn für Washington der Abschluss eines dauerhaften Abkommens mit dem Iran Priorität habe, müsse Washington akzeptieren, dass es "keine realistische Rückkehr zu dem Status quo" vor Beginn des Krieges in der Straße von Hormus gebe. Die USA und Israel hatten den Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Aus Irans Sicht hätten sich die Spielregeln seither geändert, schrieb Citrinowicz.

Es sei unwahrscheinlich, dass der Iran seinen Kurs aufgrund von zusätzlichem Druck ändern wird, hieß es. Sollte für die US-Regierung hingegen die Wiederherstellung des früheren Status quo im Vordergrund stehen, müsse sie sich auch im Klaren sein, dass die Chancen auf ein Abkommen "erheblich sinken, während das Risiko einer erneuten Eskalation steigt." Die US-Regierung müsse sich entscheiden, welches Ziel für sie wichtiger sei, schrieb der Experte./ln/DP/stk

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