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Thu Jul 02 18:12:50 CEST 2026
(neu: Schlusskurse in Frankfurt und Nasdaq-Kurse)
FRANKFURT/NEW YORK/SEOUL (dpa-AFX) - Die globale Korrektur unter KI-Werten setzt sich am Donnerstag temporeich fort. Am Markt hieß es, Pläne des Social-Media-Konzerns Meta verstärkten latent bestehende Sorgen vor einem Überangebot an Rechenkapazitäten. Dies belastete weiter die New Yorker Nasdaq-Börse und auch den Handel an den technologielastigen Handelsplätzen in Asien. In Europa litten die einschlägigen KI-Profiteure.
Deutlich zeigten sich die Bedenken im Chipbereich, der an der Nasdaq und in Seoul ein besonders hohes Börsengewicht hat. Die Papiere von Micron , die 2026 im Nasdaq-100-Index am besten gelaufen sind, waren am Vorabend in New York schon um mehr als zehn Prozent abgerutscht und sanken nun nochmals um zwei Prozent. Noch ausgeprägter sind neuerdings aber die Gewinnmitnahmen bei US-Speicherherstellern wie etwa Sandisk.
Die Papiere der südkoreanischen Branchengröße SK Hynix waren den jüngsten Nasdaq-Rücksetzern am Donnerstag mit einem noch drastischeren Kurseinbruch gefolgt. Sie hatten den Leitindex Kospi in Seoul um fast acht Prozent nach unten gezogen. Der Marktbeobachter Stephen Innes sprach von einem "Stresstest für den gehebelten KI- und Halbleitersektor".
In Deutschland kamen die Turbulenzen dann auch bei dem Chipkonzern Infineon mit einem Abschlag von zwei Prozent an. Im Bereich der deutschen Branchenausrüster erwischte es Suss Microtec , Aixtron , PVA Tepla und LPKF mit Verlusten, die letztlich bis zu zehn Prozent groß waren. Unter Druck standen außerdem die Kurse von Hochtief , in die in den vergangenen Monaten wegen des Baus von Rechenzentren viel KI-Fantasie eingepreist wurde.
Am Mittwoch hatte der Bericht über die Pläne für ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft die Meta-Aktie zunächst noch mit neun Prozent ins Plus befördert, am Donnerstag gaben sie nun aber um vier Prozent nach. Anderswo löste dies aber die Angst vor überschüssiger KI-Rechenleistung aus. "Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.
Jochen Stanzl von der Consorsbank betonte, es sei nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht, wenn Meta einen Teil seiner Rechenzentren-Kapazitäten verkaufen wolle. "Auf den zweiten Blick ist das aber auch ein Eingeständnis, dass die Nachfrage nach den eigenen KI-Anwendungen nicht so groß ist, um damit die eigenen, schnell aufgebauten Rechenleistungen wirklich ausschöpfen zu können", merkte der Experte an.
Der Social-Media-Konzern würde mit dem Angebot eigener Kapazitäten wohl in Konkurrenz zu den bereits etablierten Tech-Riesen Amazon , Microsoft und der Google -Mutter Alphabet gehen. Die Spekulationen darüber verstärkte ein Bericht, wonach das japanische Unternehmen Softbank damit beginnen will, KI-Rechenkapazitäten an US-Unternehmen zu vermieten.
Mit den jüngsten Turbulenzen wird die Sorge größer, dass der Juli seinem Ruf als starker Börsenmonat zumindest im KI-Bereich nicht gerecht werden könnte. Der Gedanke drängt sich auf, dass die Rally des ersten Halbjahrs vielleicht zu weit gegangen ist. Der koreanische Kospi war in den vergangenen Monaten zum Sinnbild der KI-Chip-Euphorie geworden, indem er sich 2026 in der Spitze mehr als verdoppelt hatte. Auch dem US-Chipwerte-Index SOX war zeitweise eine Verdopplung gelungen.
Börsianer könnten zwar von einer gesunden Korrektur sprechen, die Rückschläge werden jedoch häufiger. Eine noch größere Gegenbewegung gab es erst vor wenigen Wochen: Anfang Juni hatte es nach enttäuschenden Resultaten des US-Chipriesen Broadcom im SOX einen Rücksetzer um fast 16 Prozent gegeben, dem dann wieder ein Rekordhoch folgte. Aktuell hat der US-Branchenindex von diesem etwa zwölf Prozent verloren./tih/ag/jha/he
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