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ROUNDUP: DGB fordert verpflichtende Betriebsrente für alle

Sun Jun 07 18:59:01 CEST 2026

BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte über eine Rentenreform spricht sich der Deutsche Gewerkschaftsbund für eine Betriebsrente für alle Arbeitnehmer aus. Der DGB sei dafür, "dass es eine verpflichtende betriebliche Alterssicherung für alle gibt, und zwar mit uns als Tarifvertragsparteien", sagte die Vorsitzende Yasmin Fahimi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Diese Altersversorgung müsse zusätzlich zur gesetzlichen Rente kommen. Wie sie im Detail bezahlt werden soll, ließ Fahimi offen, klar sei aber: "Die betriebliche Altersvorsorge darf nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer gehen."

Fahimi zufolge verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland nicht über eine betriebliche Altersvorsorge, in der Regel, weil sie in Betrieben beschäftigt seien, die nicht tarifgebunden sind, sagte Fahimi. In solchen Fällen wäre aus ihrer Sicht denkbar, die Beschäftigten unter bestimmten Bedingungen in die bestehenden Modelle aufzunehmen. Eckpunkte zu dem Vorschlag will der DGB Ende des Monats vorstellen.

Unterstützung für ihren Vorschlag kommt vom Arbeitnehmerflügel der Union. Um das Rentenniveau zu sichern, werde man die drei Säulen der Altersvorsorge - gesetzlich, betrieblich und privat - künftig noch vernetzter denken müssen, sagte CDA-Chef Dennis Radtke der Funke Mediengruppe. "Die betriebliche Altersversorgung verpflichtend für alle zu machen, ist daher ein richtiger Schritt." Auch die SPD-Fraktion stellte sich hinter den Vorstoß, wie Fraktionsvize Dagmar Schmidt der Funke Mediengruppe sagte. "Klar ist: für eine gute Absicherung im Alter sind mehr finanzielle Mittel nötig. Diese müssen auch die Arbeitgeber mindestens paritätisch mit erbringen."

Hingegen kritisierte die Bundesvorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, den Vorschlag einer verpflichtenden Betriebsrente scharf. Die betriebliche Altersvorsorge sei zwar eine Erfolgsgeschichte und stärke die Altersabsicherung von Millionen Beschäftigten, sagte die CDU-Politikerin dem "Handelsblatt". "Aber sie lebt von Akzeptanz, nicht von Zwang." Der Vorschlag des DGB gehe in die falsche Richtung. "Eine verpflichtende Betriebsrente für alle und zusätzliche Finanzierungspflichten für Arbeitgeber bedeuten vor allem eines: neue Belastungen für unsere Betriebe, und das zur Unzeit."

Schon seit langem ist bekannt, dass die Rentenausgaben mit dem Übertritt geburtenstarker Jahrgänge in die Rente künftig hinter den Einnahmen zurückzufallen drohen. Die Bundesregierung will deshalb auf Basis von Vorschlägen einer Rentenkommission noch bis zum Sommer eine große Rentenreform auf den Weg bringen./DP/he

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