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Tue Oct 13 22:37:50 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - An den US-Börsen ist der Handel auch am Dienstag von Zurückhaltung geprägt gewesen. Erneute, teils deutliche Verluste bei Technologiewerten und durchwachsene Geschäftszahlen von Unternehmen trübten die Stimmung. Im späten Handel stützten Aussagen eines Geldpolitikers den Aktienmarkt. Der Präsident der Fed-Bank von New York, John Williams, hält in diesem Jahr zwar wegen der hohen Teuerung noch eine weitere Zinserhöhung für angemessen, glaubt jedoch nicht, dass 2027 eine erneute Anhebung der Zinsen notwendig sein wird. Unter dem Strich gaben die wichtigsten Indizes leicht nach.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,31 Prozent auf 30.569,480 Punkte nach unten. Der marktbreite S&P 500 fiel geringfügig auf 7.805,45 Zähler. Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,35 Prozent auf 51.670,10 Punkte.
Am Tag der großen Banken schlug sich Goldman Sachs an der Börse noch vergleichsweise gut. Das Investmenthaus hatte im vergangenen Quartal im Aktienhandel deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Damit gaben die Papiere nur leicht nach.
Die Titel von JPMorgan fielen um 0,9 Prozent. Der Gewinn je Aktie sei zwar hinter der Markterwartung zurückgeblieben, schrieb Analyst Gerard Cassidy von der kanadischen Bank RBC. Im Detail aber lobte der Experte das Zahlenwerk. So seien die Nettozinserträge höher ausgefallen als erwartet und die Rückstellungen niedriger als angenommen.
Für die Anteilscheine von Citigroup ging es um 5,6 Prozent nach unten. Die Analysten von Evercore ISI schrieben, die positive Dynamik habe sich zwar im dritten Quartal fortgesetzt, doch Anleger könnten das unveränderte Ziel für die Rentabilität in Frage stellen.
Die Anleger von Wells Fargo mussten ein Minus von 3,1 Prozent verkraften. Anders als JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf seine Erwartungen an den Zinsüberschuss in diesem Jahr nicht nach oben geschraubt.
Derweil hatten die Aktien von Visa im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht und schlossen 1,7 Prozent im Plus. Das Finanzdienstleistungsunternehmen hatte die Genehmigung erhalten, in China mit den Vorbereitungen für den Aufbau eines inländischen Bankkarten-Clearinggeschäfts zu beginnen. Analysten werteten dies als positive Entwicklung, wiesen jedoch auf den langwierigen Genehmigungsprozess hin.
Außerhalb des Finanzsektors kamen die Geschäftszahlen von Johnson & Johnson schlecht an, die Titel sackten am Dow-Ende um 5,7 Prozent ab. Als Belastung verwiesen Börsianer auf Rückstellungen, nachdem der Medizin- und Pharmakonzern im jahrelangen Rechtsstreit um angeblich krebserregende, auf dem Schichtsilikat Talk basierende Produkte einem milliardenschweren Vergleich zugestimmt hatte.
Unter den Technologiewerten sorgten sich Anleger um Konkurrenz aus China. Einem Zeitungsbericht zufolge macht Chinas Speicherchip-Hersteller CXMT große technologische Fortschritte. Das hatte bereits in Asien und Europa auf der Chip-Branche gelastet. In New York büßten etwa die Aktien von Micron 3,6 Prozent ein.
Als Schlusslicht im Nasdaq 100 knickten die Anteilscheine von Applied Materials um 6,7 Prozent ein. Der Hersteller von Halbleiterausrüstung hatte auf seinem Investorentag eine Prognose abgegeben, die nur wenige konkrete Angaben enthielt. Obwohl sich das Unternehmen hinsichtlich der Ausgaben für Waferfabrikausrüstung - dem wichtigsten Umsatztreiber für Applied Materials und seine Mitbewerber - optimistisch zeigte, teilte es mit, dass eine Reihe von Faktoren die Abgabe eines Ausblicks erschwere./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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