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Thu Jun 04 22:30:02 CEST 2026
(neu: Schlusskurse, kleinere Anpassungen)
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Ausblick des KI-Riesen Broadcom hat den extrem hohen Erwartungen der Anleger am Donnerstag nicht standgehalten. Anleger hatten sich von dem sechstgrößten Tech-Unternehmen der USA schlicht mehr versprochen, und so sackte der Kurs nach dem Vortagsrekord von knapp 500 US-Dollar um 12,6 Prozent ab. Zeitweise näherte sich der Kurs wieder der 400-Dollar-Marke. Die Aktien zogen die ganze Technologie-Börse Nasdaq nach unten, wenngleich dort die Verluste etwas nachließen. Der Nasdaq 100 verlor am Ende ein halbes Prozent.
Die Zahlen, die Broadcom für das vergangene Quartal vorgelegt hatte, trafen zwar am Markt auf positive Stimmen. Analysten sahen jedoch im Ausblick einen Anlass für eine Pause, nachdem sich der Kurs seit April 2025 mehr als verdreifacht hat. Damals konnten die Aktien infolge des Schocks über die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump unter 140 Dollar gekauft werden. Am Mittwoch wurden dann in der Spitze 495 Dollar bezahlt.
Die Vorschusslorbeeren waren damit verteilt. Der Experte Timothy Arcuri von der Bank UBS betonte, der Chipkonzern habe anders als erhofft die KI-Umsatzausblicke für 2026 und 2027 nicht erhöht. Die Messlatte, um immer wieder für positive Überraschungen zu sorgen, liege mittlerweile hoch, kommentierte Blayne Curtis vom Analysehaus Jefferies. Stacy Rasgon von Bernstein Research geht davon aus, dass die Aktien nach ihrer Rally vorerst eine Pause einlegen.
Mehrere Experten sahen in dem Rücksetzer aber auch eine Kaufgelegenheit, zumal die Perspektiven über den kurzfristigen Horizont hinaus bestens seien. Die Dynamik der KI-Geschäfte beschleunige sich dank der starken Auftragseingänge des Chipkonzerns, schrieb Harlan Sur von der Bank JPMorgan. Er blickt nach dem Quartalsbericht noch optimistischer in die Zukunft. Rasgon schrieb, im Jahr 2027 werde die Geschichte wieder interessant.
Broadcom riss am Donnerstag eine ganze Reihe an zuletzt gut gelaufenen Chip-Aktien mit nach unten, darunter mit ARM , Micron und AMD mehrere ganz große Überflieger der vergangenen vier Wochen. Deren Aktien verloren bis zu 7,7 Prozent.
Die Titel des Broadcom-Konkurrenten Nvidia gewannen hingegen 1,8 Prozent. Marvell Technology starteten tief im Minus, drehten dann aber wieder mächtig auf. Mit einem Anstieg um fast fünf Prozent auf 316,43 Dollar blieb der Kurs des Chip-Shooting-Stars allerdings unter dem Vortagshoch./tih/la/he
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