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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx auf Rekordhoch - Zinssorgen gedämpft

Thu Jul 02 18:44:06 CEST 2026

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 hat am Donnerstag ein Rekordhoch erklommen. Auch allgemein ging es an Europas Aktienmärkten kräftig nach oben. So verzeichneten der schweizerische SMI und der spanische Ibex 35 ebenfalls Bestwerte. Der starke Schub kam am Nachmittag mit den US-Arbeitsmarktdaten. Ein deutlich schwächer als erwarteter Beschäftigungsaufbau dämpfte Sorgen vor einer baldigen Zinsanhebung.

Der EuroStoxx 50 stieg erstmals in seiner Geschichte knapp unter 6.400 Punkte und beendete den Tag 1,24 Prozent höher auf 6.360,47 Zählern. Der Ibex wurde minimal unter 19.800 Punkten ausgebremst und schloss letztlich 1,37 Prozent höher. Außerhalb des Euroraums sprang der SMI erstmals über 14.400 Punkte, bevor er mit plus 1,69 Prozent auf 14.352,98 Zähler schloss. Für den britischen FTSE 100 ging es um 1,67 Prozent auf 10.652,87 Punkte nach oben.

Die Erwartungen an eine Zinserhöhung in den USA hätten sich nach den Arbeitsmarktdaten etwas nach hinten verschoben, sagte ein Marktbeobachter. Das komme gut an den Börsen an. In der US-Wirtschaft wurden im Juni nur halb so viele neue Stellen geschaffen wie prognostiziert, was laut Analyst Tobias Basse von NordLB "eindeutig" den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh dämpft. "Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten."

Mit Ausnahme der Technologiebranche, die deutlich nachgab, legten alle anderen Sektoren in Europa zu. Erneut erwischte es vor allem Halbleiterwerte. Jürgen Molnar von Robomarkets verwies auf einen Bloomberg-Bericht aus informierten Kreisen zu Meta vom Mittwochabend. Der Konzern wolle wohl eine neue Sparte aufbauen und ungenutzte Rechenzentrums-Kapazitäten an externe Kunden vermieten, schrieb der Kapitalmarktexperte. "Damit greift Meta das lukrative Geschäft rund um KI-Infrastruktur direkt an und erhöht den Wettbewerbsdruck im heiß gelaufenen KI-Sektor." Dies bekamen Profiteure des Booms wie etwa ASML , die um knapp 4 Prozent nachgaben, zu spüren.

Gefragt waren dagegen vor allem defensive Branchen wie Nahrungsmittel, Getränke oder auch Pharma. Carrefour etwa gewannen in Paris 3,2 Prozent und profitierten von einer Kaufempfehlung der UBS.

Das Interesse galt auch wieder Luxuswerten. Die Analysten der UBS sehen Licht am Horizont. Der europäische Luxusgütersektor nähere sich nach fast drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen offenbar einem positiven Wendepunkt, schrieb Analystin Zuzanna Pusz in einem Branchenausblick. Die anstehenden Quartalszahlen sollten eine Wachstumsbeschleunigung zeigen, was zusammen mit den immer noch niedrigen Bewertungen das Anlegervertrauen wiederherstellen und die Gewinnschätzungen stabilisieren könnte. Eine selektive Titelauswahl hält sie jedoch weiterhin für wichtig. LVMH , die um 3,5 Prozent stiegen, und EssilorLuxottica mit plus 1,4 Prozent an diesem Tag gehören zu den Favoriten der Expertin.

Unter den kleineren Werten richteten sich die Blicke auf AMS Osram , die sich nach ihrem jüngsten Rücksetzer um 13,4 Prozent erholten. Allerdings beträgt ihr Plus im bisherigen Jahresverlauf 136 Prozent. Ein Händler verwies angesichts der Gewinne an diesem Donnerstag auf Fantasie für den Einsatz der MicroLED-Technologie des Sensoren- und Optohalbleiterherstellers im Rechenzentrumsbereich. Laut einem Artikel des Online-Magazins "Trendforce" könnte diese Technologie im trendigen Anwendungsgebiet eine vielversprechende Alternative werden und den Nachrichtenfluss bei AMS verbessern./ck/jha/

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