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Wed Aug 19 22:35:51 CEST 2026
(neu: Schlusskurse, mehr Stimmen)
NEW YORK (dpa-AFX) - Eine erfolgreiche Studie von Moderna und Merck & Co zu einem Melanom-Impfstoff hat den Moderna-Aktien am Mittwoch einen prozentual dreistelligen Kurszuwachs beschert. Auf dem höchsten Stand seit Anfang Februar 2023 gewannen die Papiere an der Nasdaq 177 Prozent auf 174,38 US-Dollar.
Dieser Anstieg ließ die Marktkapitalisierung von Moderna allein an diesem Tag um 44 Milliarden Dollar auf rund 70 Milliarden Dollar steigen. Vom Rekordhoch bei fast 500 Dollar sind die Moderna-Papiere aber weit entfernt, es datiert aus dem Jahr 2021 mitten in der Corona-Zeit, als das Unternehmen mit seinem Corona-Impfstoff erfolgreich war.
Auch die Papiere von Merck & Co legten in Rekordhöhen um 12,6 Prozent zu. Im Schlepptau von Moderna und Merck schnellte zudem der Kurs des Impfstoffentwicklers Biontech um 22 Prozent hoch. Auch die Mainzer arbeiten an Krebs-Impfstoffen auf Basis der mRNA-Technologie, die Moderna einsetzt.
Analyst Luca Issi von der kanadischen Bank RBC sprach am Mittwoch angesichts des Erfolgs der Studie von einem kolossalen Durchbruch und hervorragenden Neuigkeiten für Patienten. Sein Kursziel für die Moderna-Papiere schraubte er von 45 auf 130 US-Dollar nach oben, beließ jedoch seine Einstufung auf "Sector Perform". Bei einer Marktkapitalisierung ab 50 Milliarden Dollar würde er der Moderna-Aktie nicht mehr hinterherrennen, so seine Empfehlung.
Der personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran Autogene reduziert den Angaben zufolge kombiniert mit dem Krebsmedikament Keytruda von Merck & Co das Wiederauftreten von Melanomen. Für moderne, mRNA-basierte Therapien wäre das ein wichtiger Meilenstein. Erstmals hat eine personalisierte, mRNA-basierte Krebstherapie eine entscheidende Phase-3-Studie erfolgreich abgeschlossen. In Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda erreichte der Impfstoff das primäre Studienziel bei Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs.
Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Broker E-Toro, sprach von einem möglichen Wendepunkt für Moderna. Es sei mehr als nur der Erfolg eines einzelnen Medikaments. Die Studie liefere einen wichtigen Machbarkeitsbeweis für die gesamte mRNA-Onkologieplattform. "Gelingt der Ansatz auch bei Lungenkrebs oder anderen Tumorarten, könnte sich der adressierbare Markt erheblich vergrößern", so die Einschätzung Wienkes. "Der Weg von einer erfolgreichen Studie zu einem profitablen Produkt bleibt allerdings lang."
Die Experten von JPMorgan hatten die Therapie jüngst als das wichtigste Produkt in der Pipeline von Moderna bezeichnet. Mit ihr könne dem Unternehmen der Übergang von Impfstoffen gegen Atemwegserkrankungen in das Feld der Onkologie gelingen. Insgesamt steht der Ansatz derzeit in neun Studien gegen verschiedene Krebs-Indikationen und -stadien auf dem Prüfstand./ajx/bek/ag/jha/tih/he
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