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Tue May 26 12:11:16 CEST 2026
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach den Gewinnen zu Wochenbeginn haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag einen Dämpfer erhalten. US-Militärschlägen gegen den Iran hielten Marktteilnehmer zur Vorsicht an. Das US-Militär hatte trotz Waffenruhe Raketenstellungen angegriffen sowie im Bereich der Straße von Hormus Boote attackiert, die Minen in der Meerenge verlegen wollten. "Die Situation im Nahen Osten bleibt fragil und färbt über die Erdölpreise auf die Handelsaktivitäten an Europas Börsen ab", stellte Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets, fest.
Der EuroStoxx 50 sank am Mittag um 0,83 Prozent auf 6.085,50 Punkte. Außerhalb der Eurozone notierte der britische FTSE 100 0,67 Prozent höher mit 10.536,38 Zählern. "Getragen wird der britische Leitindex von den Rohstoff- und Minenaktien", so Lipkow. Der schweizerische SMI kletterte um 0,35 Prozent auf 13.551,11 Punkte.
Nach Ansicht von Lipkow bleibt die Höhe des Ölpreises der Dreh- und Angelpunkt. "Die runde Marke von 100 US-Dollar bei der Nordseesorte Brent dürfte auch darüber entscheiden, welche Richtung die Aktienkurse in den kommenden Tagen und Wochen nehmen", prognostizierte Lipkow. "Notierungen oberhalb signalisieren anhaltende Inflationsgefahren, Kurse unterhalb könnten eine Entspannung in der gesamten Preisentwicklung von Gütern und Dienstleistungen einleiten."
Stärkster Sektor waren die Rohstoffwerte. "Höhere Edel- und Basismetallpreise lassen auch die Aktienkurse von Anglo American , Rio Tinto & Co. steigen", merkte Lipkow an. So stiegen Anglo American um 1,6 Prozent und Rio Tinto um 2,1 Prozent.
Gefragt waren auch die Versorger. Hier zogen Iberdrola um 1,7 Prozent an. Barclays-Analyst Dominic Nash sieht bei den Spaniern eine Investmentchance, die es innerhalb einer Generation wohl nur einmal gebe. Iberdrola sei als Versorger ein "Gold-Standard". Das Gewinnwachstum dürfte mit annähernd 11 Prozent bis 2030 überdurchschnittlich ausfallen
Am anderen Ende der Kurstabelle lagen die Autowerte. Hier fielen Ferrari mit sechs Prozent Abschlag auf. Die Aktie reagierte damit auf die Vorstellung des ersten reinen Elektrofahrzeugs. Grund war das Design des 550.000 Euro teuren Wagens, wie Pierre-Olivier Essig, Leiter Research beim Analyseanbieter AIR Research, betonte. Chinesische und japanische Sportwagen sähen ähnlich aus, kosteten aber nur einen Bruchteil. Der Wagen wirke wie eine Mischung aus Honda Accord und Tesla 3-Fahrzeugen aus deutlich günstigeren Preisklassen. Laut Oddo-Experten Anthony Dick ist der elektrische Ferrari Luce unterdessen das teuerste unlimitierte Serienfahrzeug der Ferrari-Familie./mf/stk
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