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Wed Mar 11 08:24:57 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax kann seine Erholungsgewinne vom Dienstag zur Wochenmitte wohl nicht ganz verteidigen. Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Handelsbeginn einen Start bei 23.852 Punkten, was ein Minus von einem halben Prozent bedeuten würde.
Laut den Experten der Helaba ist es noch zu früh, um auf nachhaltige Kursgewinne zu setzen. Der Energiemarkt bleibt weiter das Zünglein an der Waage für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger im Zuge des Iran-Kriegs. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, plant die Internationale Energieagentur offenbar die größte Freigabe von Ölreserven ihrer Geschichte, um die Preisturbulenzen zu beruhigen.
Die Ölpreise stehen zuletzt wieder deutlich unter 90 US-Dollar je Fass und in Asien dominierten an den Börsen die Kursgewinne. Die Vorgaben sind damit aber durchwachsen, denn die Wall Street hatte ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsende wieder abgegeben.
Der Kursverlauf bleibt laut den Helaba-Experten vom geopolitischen Nachrichtenfluss abhängig. Außerdem müssen die Anleger am Mittwoch die jüngsten Zahlen zur Entwicklung der US-Verbraucherpreise im Februar verarbeiten. Die Fachleute der hessisch-thüringischen Landesbank wiesen aber darauf hin, dass diese den zuletzt massiven Anstieg der Benzinpreise noch nicht widerspiegeln.
Auf Unternehmensseite hat die Agenda am Mittwoch wieder einige Zahlenvorlagen auf höchster Ebene zu bieten. Mit SAP könnte ein Dax-Schwergewicht im Tagesverlauf von Resultaten des US-Konkurrenten Oracle bewegt werden, während Rheinmetall und Henkel aus dem Dax selbst am Morgen ihre Resultate vorgelegt haben. Zumindest bei Henkel war das erste Feedback im Tradegate-Handel positiv.
Hinzu kommen Nachrichten der MDax-Mitglieder Porsche AG und Wacker Chemie , die beide vorsichtig auf das Jahr 2026 blicken. Vorbörslich schafften es aber beide Aktien ins Plus, obwohl der Sportwagenbauer im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch hinter sich hat und der Spezialchemiekonzern laut ersten Händlerstimmen mit dem Verzicht auf eine Dividende enttäuscht.
Banken könnten auch in den Fokus rücken wegen eines Berichts in der "Financial Times", wonach die US-Bank JPMorgan die Portfolios privater Kreditgeber abwertet wegen zunehmender Sorgen um die Kreditqualität. Händlern zufolge ist dies nicht gut für die Stimmung in einem Sektor, der seit Ende Februar besonders stark unter der Krisenlage im Nahen Osten gelitten hatte.
Aktionäre der Lufthansa müssen sich neben den kriegsbedingten Turbulenzen auf ein neues Problem einstellen: Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat mehr als 5.000 Beschäftigte zu einem 48-Stunden-Streik an diesem Donnerstag und Freitag aufgerufen.
Ein erneut heftiger Kursrutsch blüht den Anlegern von Gerresheimer , die auf Tradegate um 18 Prozent einbrechen in Richtung Rekordtief. Der Verpackungshersteller kann den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 in der Folge laufender Bilanzprüfungen erst nach dem 31. März veröffentlichen und muss daher voraussichtlich aus dem SDax absteigen. Die Aktie bleibt "nicht investierbar", sagte ein Händler./tih/stk
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