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Tue Aug 04 21:00:35 CEST 2026
AHRENSBURG (dpa-AFX) - Der Bildverarbeitungsspezialist Basler hat nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr erneut die Prognose erhöht. Beim Umsatz peilt das im Juni in den SDax zurückgekehrte Unternehmen jetzt einen Anstieg auf 270 Millionen Euro bis 290 Millionen Euro an, wie es am Dienstagabend in Ahrensburg mitteilte. Das wäre ein Plus von bis zu 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die vergleichsweise breite Zielspanne gehe unter anderem auf Unsicherheiten in der Lieferkette zurück. Die Aktie legte nachbörslich kräftig zu.
Bei der Marge, gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), liege die Prognose nun zwischen 12,5 und 14,5 Prozent nach knapp acht Prozent im vergangenen Jahr. Für Experten kommt die erneute Anhebung nicht überraschend. So haben die von Bloomberg befragten Analysten im Schnitt ohnehin bereits einen Umsatz von rund 280 Millionen Euro - also in der Mitte der neuen Zielspanne - auf dem Zettel.
Bei der Marge liegt die Erwartung der Experten am oberen Ende der jetzt vom Unternehmen selbst angepeilten Bandbreite. Anleger reagierten dennoch erfreut. Die in diesem Jahr bereits gut gelaufene Basler-Aktie legte auf der Handelsplattform Tradegate bis 20.30 Uhr im Vergleich zum Xetra-Schluss um fast sechs Prozent zu.
Die Basler-Anteile haben im Xetra-Handel im bisherigen Jahresverlauf um 67 Prozent zugelegt, auch wenn die Papiere in den vergangenen Wochen etwas von dem Mitte Juni erreichten Jahreshoch von knapp 32 Euro zurückgekommen sind. Das 1988 gegründete Unternehmen wurde im März 1999 - also zu Hochzeiten des Neuen Marktes Ende des vergangenen Jahrtausends - an die Börse gebracht.
Den bisher höchsten Kurs hatte das Papier mit rund 58 Euro im Herbst 2021 erreicht. Bis Ende 2024 rutschte die Aktie aber wieder bis auf 5 Euro ab. Seitdem erholt sie sich aber wieder. Getragen wird die Erholung von einer starken Geschäftsentwicklung.
Der Umsatz legte bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent auf 152 Millionen Euro zu. In den ersten sechs Monaten verdiente Basler vor Zinsen und Steuern (Ebit) rund 31 Millionen Euro und damit fast viermal so viel wie vor einem Jahr. Die operative Marge lag bei 20,4 (Vorjahr 7,7) Prozent und damit deutlich über der für das Gesamtjahr angepeilten Spanne.
Da der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent - und damit deutlich mehr als der Erlös - auf 180 Millionen Euro nach oben kletterte, sind die Aussichten für die kommenden Monate sehr positiv. Mit den Zuwachsraten schnitt Basler deutlich besser ab als der Gesamtmarkt.
"Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) lagen die Auftragseingänge der deutschen Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten per Ende Juni 2026 nominal um 25 Prozent über dem Vorjahresniveau", teilte Basler mit. "Die Branchenumsätze erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 9 Prozent."
"Mit einem gut gefüllten Auftragsbestand startet das Unternehmen mit Rückenwind in die zweite Jahreshälfte", hieß es in der Mitteilung. "Die starken Ergebnisse des ersten Halbjahres sowie die anhaltend positive Entwicklung des Auftragseingangs in den ersten Wochen des dritten Quartals stimmen die Basler AG grundsätzlich positiv. Die zunehmenden Engpässe in den Lieferketten erschweren jedoch die vollständige Bedienung der sehr hohen Nachfrage."
Zudem wurde die japanische Region Kumamoto vor wenigen Tagen von einem Erdbeben getroffen. "Infolge des Ereignisses musste Sony , einer der größten Lieferanten für Bildsensoren von Basler, die Produktion in einem dort ansässigen Werk vorübergehend einstellen." Nach aktuellem Kenntnisstand sei bis Mitte August mit erheblichen Einschränkungen der Produktion von Bildsensoren zu rechnen.
Da die Sicherheitsbestände in der Lieferkette infolge der hohen Nachfrage der vergangenen Monate weitgehend abgebaut seien, erwartet Basler vorübergehende Belastungen für die Produktionsmengen in den Monaten September und Oktober./zb/tih/he
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