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Fri Mar 20 08:17:38 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Vortagesabsturz dürfte der deutsche Aktienmarkt am Freitag dank vager Hoffnungen auf ein schnelleres Ende des Nahost-Krieges etwas zulegen. Allerdings könnte es - je nach Nachrichtenlage in Nahost - erneut zu größeren Kursschwankungen kommen. Dazu beitragen könnte auch der sogenannte große Verfalltag. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus.
Der X-Dax signalisierte für den Dax rund eine Stunde vor Handelsbeginn ein Plus von 0,4 Prozent bei 22.928 Punkten. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein Wochenverlust von rund 2,2 Prozent an. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar beliefe sich das Minus auf knapp 10 Prozent.
Am Donnerstag war der Dax um 2,8 Prozent auf das tiefste Niveau seit April 2025 eingebrochen, nachdem der Ölpreis von einer weiteren Eskalation in Nahost bis auf über 119 Dollar angetrieben worden war und für zusätzliche Konjunktur- und Inflationssorgen gesorgt hatte. Inzwischen hat sich die Lage am Öl- und Gasmarkt aber wieder entspannt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell mit 107 Dollar wieder deutlich weniger.
Zur Entspannung tragen Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei, die Hoffnung auf ein nun doch rascheres Kriegsende als befürchtet machen. Netanjahu hatte laut "Times of Israel" gesagt: "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land könne kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Unter den Einzelwerten dürften Elmos nach Übernahmespekulationen im Anlegerfokus stehen. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten sie im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag zuletzt rund 10 Prozent höher. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Elmos die Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach einem potenziellen Käufer beauftragt hat. Das Unternehmen führe erste Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter weltweit tätige Halbleiterunternehmen. Elmos und Morgan Stanley wollten die Informationen nicht kommentieren. Elmos ist an der Börse rund 2,5 Milliarden Euro wert.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs verdiente im vergangenen Jahr in etwa so viel wie im Vorjahr. Analysten hatten allerdings mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Der Umsatz wuchs um ein Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs Cent auf 1,23 Euro steigen. Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer mit einer Besserung. Die Ziele liegen im Großen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen. Für die Fuchs-Papiere ging es auf Tradegate zuletzt um 2,6 Prozent nach oben.
Die Anteilsscheine von Infineon stiegen auf Tradegate um 5 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 48 Euro angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer der größten Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz, schrieb Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine Stabilisierung folgen kann./edh/jha/
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