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Devisen: Euro legt zu - Grönlandkonflikt belastet US-Dollar

Mon Jan 19 17:00:36 CET 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Zuspitzung im Grönlandkonflikt hat den Kurs des Euro am Montag gestützt. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1636 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1631 (Freitag: 1,1617) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8597 (0,8608) Euro. Der Dollar gab zu allen wichtigen Währungen nach. In der Nacht zum Montag hatte der Euro noch unter 1,16 Dollar notiert.

Am Samstag hatte Trump Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Länder angekündigt. Anstoß hatte er unter anderem an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland genommen. Ende der Woche soll es einen EU-Sondergipfel geben. Schon jetzt wird über Handlungsoptionen beraten, denn es gilt eine gefährliche Gratwanderung zu bewältigen. Als sicher gilt, dass die EU die Umsetzung bestimmter Absprachen aus dem erst im Sommer geschlossenen Zollabkommen auf Eis legt.

"Die Alarmglocken für den Dollar läuten", kommentierte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank das Handelsgeschehen. Ihrer Einschätzung nach steigt die Gefahr, dass die US-Regierung "irgendwann eine Grenze überschreitet". Dann würden sich die Handelspartner nicht mehr erpressen lassen und mit Gegenmaßnahmen zurückschlagen.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, zeigt sich beim Grönland-Streit, dass die Handelsstreitigkeiten "bei weitem noch nicht beigelegt sind". Bisher hätten die verhängten Zölle der US-Wirtschaft kaum geschadet und in Europa habe es in Deutschland zuletzt positive Konjunkturüberraschungen gegeben. Doch der Grönland-Konflikt mahne zur Vorsicht, sagte Gitzel. Die weltwirtschaftliche Entwicklung stehe "auf tönernen Füßen".

In der Eurozone ist die Inflationsrate unerwartet unter die Marke von zwei Prozent gefallen. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,9 Prozent. In einer ersten Schätzung war noch eine Rate von 2,0 Prozent ermittelt worden, nach 2,1 Prozent im November. Die Inflationsrate ist damit erstmals seit Mai 2025 unter die Zielmarke der EZB gesunken. Die Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflation von zwei Prozent an. Es wird derzeit keine Veränderung der Leitzinsen in der Eurozone erwartet. Die Daten bewegten daher den Devisenmarkt kaum.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86710 (0,86700) britische Pfund, 183,69 (183,67) japanische Yen und 0,9282 (0,9313) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.672 Dollar. Das waren etwa 76 Dollar mehr als am Freitag. In der Nacht war auf etwas mehr als 4.690 US-Dollar und damit ein Rekordhoch gestiegen./jsl/he

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