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Tue Feb 17 11:46:06 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger verkaufen am Dienstag einmal mehr ihre Rüstungsaktien. Die Rally, die Rheinmetall im Herbst bis über die 2.000-Euro-Marke getrieben hatte, ist schon seit mehreren Monaten ins Stocken geraten. Nun setzte sich der jüngste Schlingerkurs beim Dax-Mitglied fort mit minus 2,4 Prozent. Ausgelöst wurden die Verkäufe durch neue Verhandlungen auf geopolitischer Ebene: Die Ukraine und Russland führen wieder Gespräche in Genf und außerdem gehen die USA und der Iran in eine zweite Verhandlungsrunde.
Die Debatte darüber, ob die Konflikte am Verhandlungstisch eine Lösung finden, wirkt sich seit einigen Wochen immer wieder belastend aus auf die Sektorwerte, die seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 eine fulminante Rally hingelegt haben. Geopolitische Hoffnungsschimmer trüben immer wieder die Branchenstimmung, auch wenn Analysten stets betonen, dass ein Waffenstillstand den notwendigen Investitionen Europas in die Verteidigung keinen Abbruch tun würde. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz war deutlich geworden, dass man sich in Europa nicht mehr auf die USA als Schutzmacht verlassen will.
Zusätzlich belastet von einer negativen Analysteneinschätzung gaben die Aktien von Hensoldt im MDax noch deutlicher als Rheinmetall um 4,5 Prozent nach, während Renk und TKMS dort um bis zu 2,7 Prozent fielen. Hensoldt war von den Analysten der italienischen Bank Mediobanca negativ in die Beobachtung aufgenommen worden wegen Bedenken hinsichtlich der Bewertung. Diese impliziere, dass steigende Ausgaben in Deutschland möglicherweise bereits eingepreist seien.
Gemessen am aktuellen Hensoldt-Kurs von 78 Euro suggeriert das Mediobanca-Ziel von 89 Euro zwar noch etwas Luft nach oben. Das vergebene Rating "Underperform" bedeutet aber, dass der Analyst Alessandro Pozzi mit einer Kursentwicklung rechnet, die mit der Branchen-Vergleichsgruppe nicht mithalten kann. Bessere Chancen sieht er bei Rheinmetall. Der Dax-Konzern bildet mit Leonardo aus Italien und der neu mit "Outperform" aufgenommenen Aktie von Indra Sistemas aus Spanien seine Gruppe der Top-Empfehlungen für 2026.
Pozzi weitete seinen Bewertungshorizont im Rüstungsbereich aus, während die jüngsten Ereignisse in Venezuela und Grönland eine neue Weltordnung schaffen und sich ein zunehmend schärferer Ton von US-Präsident Donald Trump gegenüber Europa verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund nahm der Experte weitere Rating-Änderungen vor, die für die Unternehmen Fincantieri und BAE Systems nun jeweils zu neutralen Einschätzungen führen./tih/ag/men
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