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Fri Mar 27 12:16:10 CET 2026
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim hat mit einer verhaltenen Prognose für 2026 seine Investoren verprellt. Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg rechnet bei Umsatz und operativem Gewinn nach zuletzt deutlichen Zuwächsen nur mit einem leichten Anstieg. Widersprüchliche Aussagen in Geschäftsbericht und Pressemitteilung sorgten zusätzlich für Verwirrung. Doch Analysten hatten ohnehin deutlichere Steigerungen erwartet. Die im MDax notierte Aktie schmierte am Freitag ab.
Die Aktie brach am MDax-Ende um 18,5 Prozent ein und fiel damit auf den tiefsten Stand seit November 2022. Allein seit Ende 2025 hat das Papier mehr als ein Drittel an Wert verloren. Im vergangenen Mai war der Kurs noch auf ein Rekordhoch von 114,10 Euro geklettert. Seitdem ist der Börsenwert um mehr als die Hälfte gefallen - auf nur noch rund 5 Milliarden Euro.
Knapp 40 Prozent der Anteile gehören dem Firmengründer und Konzernlenker Schulenberg. Der Kursverlust vom Vormittag dürfte allein in seinem Depot mit etwa 400 Millionen Euro zu Buche schlagen. Allerdings nutzte der Manager den Kursrutsch, um am Morgen für rund 10 Millionen Euro CTS-Aktien nachzukaufen.
Der Ausblick des Vorstands überlagerte am Finanzmarkt die Zahlen des Konzerns von 2025 - dabei war es für CTS Eventim im vergangenen Jahr gut gelaufen. Die Nachfrage nach Konzerten im In- und Ausland trieb den Ticketvermarkter und Veranstalter weiter an. Der Umsatz knackte erstmals die Marke von drei Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in München mitgeteilt hatte.
Konkret wuchs der Umsatz des Konzerns um fast zehn Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) kletterte um knapp acht Prozent auf 584 Millionen Euro in die Höhe.
Unter dem Strich musste CTS 2025 jedoch einen Gewinnrückgang um 13 Prozent auf 277,3 Millionen Euro hinnehmen. Als Ursachen nannte das Unternehmen den starken Euro, Bewertungseffekte und den Wegfall von Dividendenerträgen. Daher soll die Dividende für die Aktionäre um 22 Cent auf 1,44 Euro je Aktie sinken.
Während das Unternehmen im Tagesgeschäft die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten übertraf, hatten sich Experten bei Überschuss und Dividende mehr versprochen. Für das laufende Jahr stellte Schulenberg am Donnerstag leichte Steigerungen beim Umsatz und dem bereinigten operativen Gewinn in Aussicht, wie ein Sprecher am Abend bestätigte.
In der Pressemitteilung des Konzerns war hingegen nur allgemein von einem Anstieg von Umsatz und bereinigtem operativem Gewinn die Rede, und im Geschäftsbericht hielt sich der Vorstand alles von einer Stagnation bis zu einem leichten Anstieg offen. Allerdings dürften dazu weltpolitische Krisen, die Konjunktur oder hohe Energiepreise die Menschen nicht von Shows, Konzerten und Kulturveranstaltungen fernhalten. Eine Verschlechterung der geopolitischen Sicherheitslage, Inflation und Konsumeinbrüche könnten sich negativ auf das Geschäft von CTS Eventim auswirken, hieß es weiter./stw/zb/stk
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