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Thu Oct 22 12:04:41 CEST 2026
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Donnerstag stärker nachgegeben. "Die hohen Energiepreise halten den Kostendruck aufrecht, während eine nachhaltige Entspannung bei den Staatsanleiherenditen ausbleibt", beschrieb Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets das Handelsgeschehen. "Damit fehlt den Aktienmärkten ein wichtiger Impuls für eine dauerhafte Erholung." So lange weder von der Zins- noch von der Inflationsseite Entlastung komme, dürften viele Anleger Gewinne sichern und ihre Risiken reduzieren.
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 1,86 Prozent auf 6.091,82 Punkte. Nicht ganz so schwach war der Schweizer Leitindex SMI , der um 0,3 Prozent auf 14.508,08 Punkte sank und damit von der Stärke der defensiven Schwergewichte profitierte. Der britische FTSE 100 gab unterdessen um 0,66 Prozent auf 10.681,90 Punkte nach.
Die Reaktion der Einzelwerte auf neue Zahlen war nicht ganz so stark wie am Vortag. Ausnahme waren die Aktien von Hermes , die um 7,5 Prozent fielen. Nach Ansicht der Analysten von Bernstein unterstrichen die Quartalszahlen das schwierige Marktumfeld. Die Experten von RBC sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk, wobei der Umsatz unter den Erwartungen geblieben sei. Das belastete auch andere Werte des Sektors wie Kering und LVMH .
Technologiewerte litten unter den Vorgaben aus Asien, wo Halbleiteraktien nachgegeben hatte. Die Aktien von ASML sanken um 3,4 Prozent. SAP gaben trotz solider Zahlen leicht nach. "SAP kann aus überzeugenden Quartalsergebnissen kein Kapital schlagen", merkte Lupkow dazu an. "Stattdessen nutzen Investoren die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen."
Bei Nokia kam es ebenfalls trotz solider Zahlen zu Abgaben. Die Analysten von Oddo lobten zwar das Zahlenwerk, vermissten aber eine erhöhte Prognose. Nokia büßten 4,4 Prozent ein.
Stattdessen hielten sich Anleger an defensive Sektoren. So lagen Nahrungsmittelwerte nach soliden Zahlen von Nestle an der Spitze der Einzelsektoren. Der Nahrungsmittelkonzern hatte die Erwartungen von Analysten geschlagen. Bei JPMorgan sieht man Nestle nach vier Jahren mit praktisch stagnierendem Mengenwachstum auf dem "Weg zu einer nachhaltigen Erholung". Die Aktie gewann 1,2 Prozent und näherte sich damit den Jahreshochs.
Auch Pharmawerte waren gefragt. Dabei hinkten allerdings Roche mit leicht nachgebenden Kursen etwas hinterher. Mit seinen Umsatzzahlen für die ersten neun Monate hatte der Pharmakonzern im Rahmen der eigenen Ziele abgeschnitten. Entsprechend hatte das Management denn auch die bisherigen Ziele für das Gesamtjahr bestätigt. Aktien von Argenx fielen sogar um 2,9 Prozent. Das Biotechnologieunternehmen hatte mit seinem operativen Gewinn die Schätzungen verfehlt./mf/mis
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