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ROUNDUP 2: Aumovio stellt Aktienrückkäufe in Aussicht - Aktie zieht an

Thu Aug 06 12:41:53 CEST 2026

(neu: Kurs, Aussagen aus Medienkonferenz zu Nettoverlust und F&E-Quote, weitere Expertenstimme.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Aumovio will künftig freie Finanzmittel nach Dividendenzahlungen und nach Ausgaben für Übernahmen in Aktienrückkäufe stecken. Die neue Kapitalallokationsstrategie ziele darauf ab, Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen, hieß es am Donnerstag vom MDax -Unternehmen aus Frankfurt. Zudem soll die Ausschüttungsquote bei rund 30 Prozent des Nettogewinns liegen. Aumovio hatte sich bisher lediglich zum Ziel gesetzt, mittelfristig 10 bis 30 Prozent des Nettogewinns als Dividende zu zahlen. Im zweiten Quartal schrieb das Unternehmen zwar weiter Verluste. Die Anleger griffen bei der Aktie dennoch zu.

Das Papier kletterte um 2,7 Prozent auf 39,70 Euro. Im laufenden Jahr steht damit zwar noch ein Minus von rund 6 Prozent auf dem Kurszettel der Aktionäre. Allerdings ist die jüngste Tendenz nach oben gerichtet. Vor allem der Vergleich mit BMW um ein zugeliefertes Bremssystem hatte Unsicherheit aus der Aktie entweichen lassen. Analystin Vanessa Jeffriess von der US-Investmentbank Jefferies sah in den Details zur Kapitalallokation insgesamt wenig Überraschendes.

Für UBS-Experte David Lesne sticht Aumovio hingegen aus der Zulieferer-Konkurrenz hinaus, weil die Frankfurter neben der stärksten Bilanz nun auch noch das attraktivste Rahmenwerk für die Verteilung von Kapital hätten.

Aumovio-Finanzchefin Jutta Dönges räumte in einer Konferenz mit Journalisten zwar ein, dass es angesichts der aktuellen Nettoverluste unwahrscheinlich sei, dass Aumovio schon für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende zahlen könne. Allerdings gebe es nun eben noch das Instrument der Aktienrückkäufe, warb sie.

Wie es im Tagesgeschäft im zweiten Quartal gelaufen war, hatte Aumovio bereits vergangene Woche bekanntgemacht, als das Unternehmen eine Lösung des Rechtsstreits mit BMW um ein zugeliefertes Bremssystem präsentierte.

Diese Einigung über eine Vergleichszahlung über 350 Millionen Euro an BMW zog Aumovio mit Sonderkosten von rund 200 Millionen Euro im Quartal nun tiefer in die roten Zahlen. Der Verlust in den drei Monaten bis Ende Juni lag insgesamt bei 440 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 15 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Umsatz fiel im zweiten Quartal von 4,7 auf 4,2 Milliarden Euro. Das war vor allem auf weniger Absatz, Preisanpassungen sowie negative Währungseffekte zurückzuführen. Aumovio ist als Autozulieferer vor allem vom Produktionsvolumen der Autobauer abhängig, die Lage in der Branche ist aktuell schlecht. Zudem straffte der Konzern sein Portfolio, unter anderem wurden Standorte verkauft.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte im Quartal von 167 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 50 Millionen Euro ab. Die entsprechende Marge fiel von 3,5 auf 1,2 Prozent. Ohne die Folgen des Vergleichs hätte der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern 152 Millionen Euro betragen und der Umsatz bei rund 4,3 Milliarden Euro gelegen, hieß es.

In der Folge des Vergleichs mit BMW hatte Aumovio auch bereits seine Jahresprognosen gestutzt. Der um Portfolioveränderungen bereinigte Umsatz dürfte noch 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro betragen. Die operative Marge wird zwischen 3,0 und 4,0 Prozent erwartet. Der sogenannte normalisierte freie Mittelzufluss (Free Cashflow) soll sich in der Bandbreite von 500 bis 700 Millionen Euro einpendeln. Dabei rechnet Aumovio neben Zahlungen für Zu- und Verkäufe auch Sondereffekte aus der Kennzahl heraus.

Zu- oder Verkäufe von Unternehmensteilen will Aumovio je nach Gelegenheit handhaben. Im Auge hat das Management nach Aussage von Konzernchef Philipp von Hirschheydt aktuell aber nichts.

Zunächst steht ihm zufolge ohnehin das Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund und in das Aumovio investieren wolle. Um das Geld zusammenzuhalten, will Aumovio langfristig die bereinigten Kosten für Forschung und Entwicklung auf 9 Prozent des Umsatzes drücken. Finanzchefin Dönges wollte dazu kein konkretes Datum für das Erreichen nennen.

Für das kommende Jahr hatte das Management bereits eine Quote für Forschungs- und Entwicklungskosten von unter 10 Prozent in Aussicht gestellt. Dabei bleibt es auch. Im zweiten Quartal habe die Quote bereinigt bei 11,4 Prozent gelegen und sich damit bereits verbessert, sagte Dönges.

Noch unter dem Konzerndach von Continental waren dem Autozulieferer von Investoren hohe Forschungsausgaben vorgeworfen worden. Von Hirschheydt hat im Unternehmen mit seinem Sparkurs bereits tausende Jobs auch in der Entwicklung gestrichen.

Noch unter Conti wurden 5.400 Verwaltungsjobs und 1.750 Stellen in der Forschung und Entwicklung abgebaut. Weitere 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung entfielen zum Großteil schon bis Ende 2025. Im Januar wurde der Abbau von weiteren 4.000 Stellen in dem Bereich angekündigt. Bei den noch laufenden Sparrunden gehen erneut Arbeitsplätze in Deutschland verloren, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Ausland.

Auch in der Produktion hat Aumovio den Rotstift angesetzt. Von weltweit 55 Produktionsstätten Ende 2025 sollen bis Ende 2028 zehn wegfallen. So kündigte das Unternehmen im März an, ein Werk in China dichtzumachen. 1.500 Stellen in der Produktion fallen damit zusätzlich weg./men/lew/nas

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