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Aktien Frankfurt: Dax auf Rekordhoch - US-Jobdaten mindern Zinssorgen

Fri Aug 07 14:57:29 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag auf ein Rekordhoch gestiegen. Der schon zuvor guten Stimmung verliehen am Nachmittag US-Arbeitsmarktdaten den notwendigen zusätzlichen Schub für eine erneute Bestmarke, die nun über 26.440 Punkten liegt. Zuletzt gewann der Leitindex 1,1 Prozent auf 26.433 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich für ihn ein Plus von rund drei Prozent ab.

Der MDax stieg am Freitagnachmittag um 0,6 Prozent auf 32.638 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 setzte seine Rekordjagd auch fort mit einem Anstieg um 0,9 Prozent.

Die Aussichten für eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bleiben zwar ungewiss, schwerer wogen aber gute deutsche Exportdaten sowie der US-Arbeitsmarktbericht. Dieser milderte Sorgen etwas, dass die US-Notenbank Fed die Leitzins schon bald anheben könnte.

"Der Nahostkonflikt bleibt der größte Bremsklotz für die globale konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten. Zwar deutet sich eine Erholung in den größten Wirtschaftsräumen an, aber diese hängt am seidenen Faden der Energiepreise", kommentierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets.

Überdurchschnittlich gefragt war am Freitag der Chipsektor, auch infolge von Geschäftszahlen von Microchip Technology . Das US-Halbleiterunternehmen hatte für das erste Geschäftsquartal einen Gewinnsprung ausgewiesen und einen Ausblick gegeben, der gut ankam. Hinzu kam für Chipausrüster die Nachricht, dass der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix viele Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion im Heimatland stecken will.

Hierzulande legten sowohl Halbleiter- als auch bei Software-Aktien zu. Im Dax stiegen SAP um knapp drei Prozent sowie Infineon um mehr als vier Prozent. Auch im MDax lagen Papiere aus diesen beiden Bereichen auf den vorderen Plätzen, etwas Aixtron , Suss Microtec , Ionos und Nemetschek .

In der jüngeren Vergangenheit war dies nicht immer so: Entweder hatte es Gewinne bei Chipwerten gegeben und Verluste im Software-Bereich oder umgekehrt. Bei Chip- und KI-Werten gaben die hohen Bewertungen teils Anlass zur Sorge, die Bewertungen haben aber mittlerweile teils deutlich korrigiert. Bei Software-Papieren wiederum hinterließ die Furcht, dass durch KI Geschäftsmodelle gefährdet werden könnten, ihre Spuren. Diese Furcht weicht aktuell ein Stück weit.

Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in allen Bereichen bescherten dem Versicherer Allianz derweil im zweiten Quartal ein Rekordergebnis. Der operative Gewinn stieg um fast elf Prozent auf ein Rekordhoch. Unterm Strich hatten sich Analysten aber mehr versprochen. Jefferies-Analyst Philip Kett sprach in einer ersten Reaktion von einem enttäuschenden Wachstum im Nicht-Lebensversicherungsgeschäft. Die Allianz-Aktie notierte zuletzt kaum verändert.

Der Rückversicherer Munich Re bekommt den Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern wie der Allianz deutlich zu spüren. Nach weiteren Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte Vorstandschef Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Die Kürzung habe ihn nicht überrascht und auch der Konsens habe dies bereits in seinen Schätzungen berücksichtigt, betonte JPMorgan-Analyst Kamran Hossain. Die Papiere der Münchener gaben um 2,3 Prozent nach.

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck musste beim Nettogewinn im zweiten Quartal deutliche Abstriche machen. Das Ergebnis je Aktie sackte im Jahresvergleich um fast die Hälfte ab. Unter anderem belasteten Zölle die Profitabilität auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt. Analysten bemängelten vor allem die Auftragslage der Stuttgarter. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft hatte das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt. Für die Aktien der Stuttgarter ging es am Dax-Ende um 3,3 Prozent abwärts.

Die Papiere von Brenntag beschleunigten am Morgen ihre Anfang Juli gestartete Kursrally mit einem deutlichen Kursanstieg auf den höchsten Stand seit März 2025. Im weiteren Verlauf bröckelten die Papiere jedoch merklich ab und notierten zuletzt nur noch mit 0,6 Prozent im Plus. Die aktuelle Nachfrageentwicklung stimmt den Chemikalienhändler noch optimistischer für das laufende Jahr.

Die Aktien von Scout24 machten ihre am Vortag infolge der Veröffentlichung von Quartalszahlen verzeichneten Verluste fast wett. Zuletzt gewannen sie im Dax 3,6 Prozent. Die DZ Bank hatte die Papiere des Internetportal-Betreibers auf ihre "Equity Long Ideas"-Liste gesetzt.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess steigerte im zweiten Quartal das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) leicht, Lanxess-Chef Matthias Zachert betonte allerdings, dass "kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in unseren Kernmärkten in Sicht" sei und die Marktbedingungen anspruchsvoll blieben. Die Aktien fielen um 4,7 Prozent./mis/edh/tih

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