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Fri Mar 27 12:11:49 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder deutlich anziehende Ölpreise haben den Dax am Freitag erneut unter Druck gebracht. Die Verlängerung des US-Ultimatums für den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus um weitere zehn Tage mindere die Risiken nicht, und das sei an den Märkten spürbar, sagte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management. Es fühle sich eher so an, "als wenn ein Händler eine Verlustposition in die Zukunft verschiebt". Die Weigerung des Ölpreises, auf einem tieferen Niveau zu verharren, signalisiere nach wie vor die "Eskalationsgefahr hinter den Schlagzeilen".
Der deutsche Leitindex beschleunigte zur Mittagszeit seine neuerliche Talfahrt und sachte um 1,8 Prozent auf 22.218 Punkte ab. Damit bleibt der Dax aber immer noch in der Handelsspanne vom Montag, als er im Tagesverlauf infolge widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte, zwischen knapp über 21.860 und bis in Richtung 23.200 Punkte, geschwankt war.
Der MDax büßte am Freitag 2,5 Prozent auf 27.573 Zähler ein und auch europaweit wurden Verluste verbucht.
US-Präsident Donald Trump verlängerte sein Ultimatum nun bis zum 6. April, 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit). Bis dahin sollen keine iranischen Kraftwerke angegriffen werden, wie er unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Die Nachrichtenlage bleibt dennoch widersprüchlich, denn der Iran hat mehrfach solche von Trump erwähnte Gespräche dementiert, während Pakistan seine Vermittlerrolle bestätigte.
Die Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Transportwege für Energielieferungen, die von Iran faktisch geschlossen wurde, bleibt damit vorerst kaum passierbar. Zuletzt wurde bekannt, dass die paramilitärische Basidsch-Miliz im Iran drei Containerschiffen die Fahrt durch diese Meeresenge verwehrt hat. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen Trumps, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Dabei wurde auf die offizielle iranische Haltung hingewiesen, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA sowie deren Verbündete die Passage verboten sei.
Unternehmensseitig zog vor allem der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim die Blicke auf sich. Er hatte am Vorabend ein starkes Geschäftsjahr 2025 gemeldet und die Schätzungen von Analysten übertroffen. Doch der Ausblick kam nicht gut an. Obendrein soll auch die Dividende gekürzt werden. Am Markt wird nun erwartet, dass die Analystenschätzungen für das bereinigte operative Ergebnis in diesem Jahr sinken werden. Die Aktie brach am MDax-Ende um 18,5 Prozent ein und fiel damit auf den tiefsten Stand seit November 2022.
Jungheinrich gaben an vorletzter Stelle im MDax um 5,8 Prozent nach. Der Gabelstapler-Hersteller steigerte 2025 trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds den Auftragseingang und Umsatz, verdiente operativ aber wegen Sondereffekten deutlich weniger. Für das laufende Jahr zeigte sich das Management zuversichtlich.
Im Dax stach die Aktie von BASF positiv heraus, die um rund ein Prozent zulegte, während im MDax das Evonik-Papier um 4,5 Prozent stieg. Analyst Thomas Wrigglesworth von der US-Investmentbank Morgan Stanley bekräftigte sein positives Anlageurteil für BASF und hob das Kursziel von 52 auf 58 Euro an. Die Bewertung von Evonik hob er derweil auf "Overweight" mit einem neuen Kursziel von 18 Euro.
Die Probleme in der Rohstoffversorgung im Zuge des Nahost-Kriegs dürften die asiatischen Chemiekonzerne kostenseitig härter treffen als die europäische Konkurrenz, schrieb er. Generell setzt er eher auf Basischemie (Upstream) gegenüber der Verarbeitung (Downstream). Seine Upstream-Favoriten sind BASF und die nun ebenfalls empfohlene Evonik-Aktie./ck/stk
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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