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Fri Aug 14 18:16:27 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag eine erfolgreiche Woche mit Gewinnen beendet. Diese schmolzen im Sog der schwächelnden US-Börsen allerdings etwas zusammen. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex noch 0,53 Prozent fester bei 26.440,31 Punkten, womit er ein Wochenplus von knapp 0,5 Prozent verbuchte. Zu seinem Rekord vom Mittwoch hatten ihm zeitweise nur gut 30 Punkte gefehlt. Neben den jüngst gesunkenen Inflations- und Zinssorgen stützten deutliche Kursgewinne von Schwergewicht SAP .
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg letztlich um 0,62 Prozent auf 32.464,39 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es hingegen um 0,1 Prozent nach unten. In Zürich und London gaben die Leitindizes ebenfalls etwas nach. Auch der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial und der Tech-Index Nasdaq 100 notierten zum europäischen Börsenschluss in negativem Terrain.
"Der Dax schleicht sich ins Wochenende", kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets das hiesige Handelsgeschehen. Bis auf den zaghaften Versuch am Nachmittag, das Rekordhoch noch einmal anzulaufen, "ist heute nicht viel in Frankfurt passiert". Insgesamt bleibe die Stimmung für deutsche Aktien aber positiv.
Ein Treiber der jüngsten Dax-Rekordjagd ist auch der Softwarekonzern SAP. Dessen Titel gewannen am Freitag weitere 2,7 Prozent. Treiber dafür ist die Branchenfantasie wegen eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der Finanzinvestor Silver Lake derzeit über den milliardenschweren Kauf des US-Unternehmens Workday verhandeln soll.
Auch andere deutsche Branchenwerte wie Nemetschek und Teamviewer profitierten mit Anstiegen um 8,4 und 5,3 Prozent deutlich von dieser Fantasie. Analyst Balajee Tirupati von der Citigroup glaubt, dass das Interesse an einem großen Branchenkonzern die Bedenken mildert, die Anleger lange Zeit wegen einer möglichen Verdrängung klassischer Softwarelösungen durch KI-Angebote hatten.
Um bis zu 4 Prozent legten die Titel der Rüstungskonzerne Hensoldt , Renk und Rheinmetall zu. Die Branchenstimmung bessert sich schon seit Mitte Juli, was sich vor dem Wochenende fortsetzte.
Dagegen erlitt Dax-Schlusslicht Eon einen Kursverlust von 4,4 Prozent. Der Entwurf der Bundesnetzagentur für die fünfte Regulierungsperiode galt hier als Enttäuschung. Versorgern für Gasnetze soll ab 2028 eine pauschalierte Kapitalverzinsung zugemessen werden, von der sich der Markt viel mehr erhofft habe, hieß es von Börsianern.
Bei Energiekontor beschleunigte sich der Kursrutsch vom Vortag mit einem weiteren Einbruch um 19 Prozent - die Aktien markierten den tiefsten Stand seit 6 Jahren. Der Wind- und Solarparkbetreiber hatte am Mittwoch schon mit seinen Halbjahreszahlen enttäuscht. Die nach dem Börsenschluss gesenkte Gewinnprognose, die das Unternehmen davor noch bestätigt hatte, gab dem Aktienkurs den Rest. Als Grund führte Energiekontor den verzögerten Netzanschluss mehrerer schottischer Windparkprojekte wegen eines laufenden Rechtsstreits um eine Überlandleitung an.
Die Titel von Hellofresh sackten mit minus 5,5 Prozent auf ein weiteres Rekordtief ab. Barclays-Experte Andrew Ross äußerte sich skeptisch zur Umsatzperspektive des Kochboxenlieferanten sowie zur Frage, ob sich dessen Investitionen auszahlten.
Dagegen ging es für Norma Group um 8,2 Prozent hoch, womit die Aktien erstmals seit mehr als drei Jahren wieder mehr als 20 Euro kosteten. Ihnen half ein Aktienrückkaufangebot. Der Preis, den der Verbindungstechnik-Spezialist für bis zu 9,3 Millionen Aktien bietet, liegt mehr als 16 Prozent über dem Vortags-Schlusskurs.
Gute Geschäftszahlen bescherten Talanx ein Kursplus von 3,5 Prozent. Thorsten Wenzel von der DZ Bank lobte ein "starkes Ergebnis" mit einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr. Der Versicherer wurde zudem optimistischer für 2026./gl/mis
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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