Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP: Uniper zieht Gazprom vor Schiedsgericht - Trennt sich von Unipro

30.11.2022 15:49:59

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der strauchelnde Energiekonzern Uniper versucht den russischen Gazprom -Konzern wegen der fehlenden Gaslieferungen in die Verantwortung zu nehmen. Uniper hat ein Verfahren gegen Gazprom Export vor einem internationalen Schiedsgericht beantragt, wie der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Zudem kündigte Uniper an, sich von seiner russischen Einheit Unipro zu trennen. Deren Veräußerung war bereits seit anderthalb Jahren geplant.

Laut Uniper war auch ein Käufer gefunden, allerdings stehe die Genehmigung der russischen Aufsichtsbehörden noch aus - und der Ausgang des Verfahrens sei ungewiss. Deshalb will Uniper sich rechtlich und personell nun "so weit wie möglich" von der Tochtergesellschaft trennen.

Uniper werde die Erstattung des "erheblichen finanziellen Schadens einfordern", sagte Konzernchef Klaus-Dieter Maubach am Mittwoch in Düsseldorf in Bezug auf das Schiedsgerichtsverfahren. Bislang beliefen sich Unipers Kosten für die Gasersatzbeschaffung auf 11,6 Milliarden Euro.

Der Düsseldorfer Konzern ist wegen des russischen Gas-Lieferstopps in Schieflage geraten, da sich die Gaspreise vervielfacht haben. Das aus Russland fehlende Gas muss das Unternehmen teuer auf dem Gasmarkt kaufen, um eigene Lieferverträge zu noch günstigeren Konditionen zu erfüllen, was zu Liquiditätsproblemen führt. Deswegen hatten sich der Konzern, die deutsche Regierung und Unipers bisheriger Mehrheitsaktionär Fortum aus Finnland im September auf eine Verstaatlichung von Uniper verständigt. Anschließend soll der Bund etwa 98,5 Prozent der Anteile an Uniper besitzen.

Das in den Verträgen mit Gazprom festgelegte Verfahren werde in Stockholm und nach Schweizer Recht verhandelt, sagte Maubach. Ob es allerdings zu einem Schiedsverfahren komme, wisse man nicht. Es sei unklar, ob die Vertragspartei überhaupt zum Schiedsverfahren erscheine. Bislang gebe es keine Rückmeldung von Gazprom. Es gebe nach wie vor Verbindungen auf Arbeitsebene. Ihm sei es aber nicht gelungen, persönlichen Kontakt zum Gazprom-Vorstandsvorsitzenden aufzunehmen. Er habe ihm daher einen Brief geschrieben.

In Russland tritt Uniper unter dem Namen Unipro auf, es werden 4800 Angestellte beschäftigt. An der Tochter sind die Düsseldorfer mit 84 Prozent beteiligt. Das Portfolio umfasst fünf Gas- und Kohlekraftwerken in Zentralrussland, dem Ural und Westsibirien. Die Erzeugungsaktivitäten umfassen vor allem Erdgas, aber auch Stein- und Braunkohle und decken laut Uniper fünf Prozent des russischen Strombedarfs. Letztes Jahr hat das Geschäft fast ein Fünftel des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) von Uniper ausgemacht.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hatte sich der Konzern entschieden, den Veräußerungsprozess der Tochtergesellschaft wieder aufzunehmen. Bereits seit einiger Zeit sei Unipro nicht mehr in Unipers Informationsprozesse eingebunden. Finanzströme und IT-Systeme wurden getrennt. Am Dienstag wurde Uniper zufolge nun der Prozess eingeleitet, um die Prozesse "so weit wie möglich" weiter zu trennen. Hintergrund ist die fehlende Genehmigung russischer Aufsichtsbehörden für einen Verkauf der Einheit.

Nach Aussage Maubachs von Mittwoch wurde im September eine Vereinbarung mit einem inländischen Käufer unterzeichnet. Diese werde aber seitdem noch von den russischen Aufsichtsbehörden mit ungewissem Ausgang geprüft. "Da eine Veräußerung nicht in unserem Einflussbereich liegt, haben wir weitreichende Schritte unternommen, um unser Geschäft außerhalb Russlands von den russischen Aktivitäten und den damit verbundenen Risiken vollständig zu trennen - auch ohne einen Verkauf - soweit dies unter den derzeitigen Umständen möglich ist", sagte Maubach./lew/tob/men/jha/

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank AG (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.