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Wed May 27 12:02:08 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat nach seinem Rücksetzer vom Vortag am Mittwoch wieder den Weg nach oben gefunden. Nach wie vor setzen die Anleger laut Anna Macdonald von der Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown auf den Dauerbrenner Künstliche Intelligenz (KI). Zudem halten die Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg an - auch wenn sich jüngst erneut gezeigt hat, dass "die Friedensglocke verfrüht geläutet wurde", wie Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners schrieb.
Gegen Mittag stieg der deutsche Leitindex um 0,72 Prozent auf 25.366 Punkte. Damit bleibt das Rekordhoch von 25.507 Punkten aus dem Januar in Sichtweite. Für den MDax , der die mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es um 0,86 Prozent auf 32.981 Punkte nach oben. Er schaffte es wieder auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,8 Prozent.
In New York hatten S&P 500 und Nasdaq 100 am Vortag Bestmarken aufgestellt, wogegen der Dow Jones Industrial nach seinem vor dem verlängerten Wochenende markierten Rekord etwas schwächelte. Aktuell zeichnen sich für die Indizes durch die Bank Gewinne ab - und damit auch mögliche weitere Rekorde. Die asiatischen Handelsplätze zeigten erneut ein durchwachsenes Bild, wobei der technologielastige südkoreanische Kospi dank der Halbleiter-Hausse seine Rekordjagd fortsetzte. Die Ölpreise gaben nach ihrem jüngsten Anstieg wieder deutlich nach.
Auch bei deutschen Technologietiteln herrschte gute Stimmung. Im Dax schaffte der Halbleiterkonzern Infineon im Kielwasser eines 19-prozentigen Kurssprungs von US-Branchenkollege Micron ein überdurchschnittliches Kursplus von 1,6 Prozent. Damit blieben die Infineon-Titel auf dem höchsten Bewertungsniveau seit dem Jahr 2000.
Beim Chipindustrieausrüster Aixtron aus dem MDax konnten sich die Anleger über einen Kursanstieg von 2,5 Prozent auf 54,10 Euro freuen. Für Aufmerksamkeit und weitere Kursfantasie sorgte Analyst Oliver Wong von der Bank of America mit seinem deutlich angehobenen Kursziel von nun 72 Euro. Seit Jahresbeginn haben sich die Aktienkurse der beiden Unternehmen schon mehr als verdoppelt beziehungsweise verdreifacht.
Dagegen ließ die Platzierung von Anteilen durch Wacker Chemie Siltronic um 2,9 Prozent auf 94,20 Euro sinken. Damit waren Siltronic einer der größten Verlierer im Nebenwerte-Index SDax . Der Spezialchemiekonzern hatte den guten Lauf der Aktien seiner Beteiligung genutzt, um 2,1 Millionen Anteile am Waferhersteller Siltronic zum Stückpreis von 89,35 Euro zu verkaufen. Dies entspricht sieben Prozent des Grundkapitals von Siltronic. Seit Jahresbeginn hatte sich ihr Wert zuvor nahezu verdoppelt - am Dienstag waren sie nahe an ihr jüngst erreichtes Hoch seit dem Frühjahr 2022 herangelaufen.
Bei den Anteilsscheinen von Wacker Chemie setzten sich mit minus 2 Prozent die jüngsten Gewinnmitnahmen fort. Am Dienstag hatte eine Abstufung der Schweizer Großbank UBS auf den Aktienkurs gedrückt. Zur Begründung hatte Experte Christian Bell auf die jüngst deutliche Erholung verwiesen. Für 2026 steht ein Plus von 39 Prozent zu Buche.
Die Verve Group konnte trotz erheblicher Belastungen durch Währungseffekte im ersten Quartal den Umsatz aus eigener Kraft steigern. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Spezialisten für digitale Werbung und Spieleentwicklung ging indes wegen höherer Kosten zurück. Mit einem Minus von 3,5 Prozent lagen die Titel im SDax weit hinten.
Dagegen drehten im MDax Aroundtown nach deutlichen Verlusten ins Plus und gewannen zuletzt 2 Prozent. Der Gewerbeimmobilienspezialist verzeichnete im ersten Quartal wegen höherer Finanzierungskosten und Betriebsausgaben für seine Immobilien einen Gewinnrückgang. Dennoch bestätigte das Unternehmen die Jahresprognose. Das Gewinnziel hatte Aroundtown im April nach dem Ausbau seines Anteils an der Tochter Grand City Properties aufgestockt./gl/jha/
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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