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ROUNDUP 3: Mercedes-Benz startet besser als befürchtet - Aktie gibt nach

Wed Apr 29 16:12:41 CEST 2026

(neu: Kurs)

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Autobauer Mercedes-Benz hat trotz der deutlichen Schwäche in China den Gewinnrückgang im ersten Quartal überraschend gering gehalten. Umsatz und Ergebnis gingen im Zuge des gesunkenen Absatzes zurück, auch die Profitabilität litt weiter unter einem harten Wettbewerb mit sinkenden Verkaufspreisen, US-Zöllen und Wechselkursbelastungen.

Mercedes setzt nun im weiteren Jahresverlauf auf neue Modelle im mengenträchtigen Kompaktklassesegment, auf die aufgefrischte S-Klasse - und auf die anziehenden Bestellungen und Verkäufe von Elektroautos in Europa. Die Jahresprognosen bestätigte das Management, da sich die Lage im zweiten Halbjahr entspannen sollte. Die im bisherigen Jahr schwach gelaufene Aktie konnte nicht anfängliche Gewinne am Mittwoch nicht halten.

Am Nachmittag büßte das Papier 1,4 Prozent auf 48,36 Euro ein. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um fast ein Fünftel gesunken. Die Stuttgarter seien solide ins Jahr gestartet, schrieb JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Die Markterwartungen hätten sie übertroffen. Der Ausblick bleibe trotz konjunkturellen Gegenwinds unverändert.

Goldman-Sachs-Experte Christian Frenes führte die überraschend hohen Ergebnisse in der Pkw-Sparte allerdings auf einen Einmalertrag zurück, den sich Mercedes für einen Vergleich mit Lieferanten gutschrieb. Finanzchef Harald Wilhelm sprach in einer Analystenkonferenz von Forderungen gegenüber Zulieferern, wollte aber keine Details dazu nennen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern ging im Jahresvergleich um knapp 17 Prozent auf 1,90 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Experten hatten einen deutlicheren Einbruch befürchtet. Der Umsatz fiel angesichts eines rückläufigen Absatzes um knapp 5 Prozent auf 31,6 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis sackte um gut 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro ab. Vor allem in China hatte Mercedes in den ersten Jahresmonaten weiterzukämpfen und hadert dort mit einer schwachen Nachfrage.

Im Pkw-Geschäft fiel die operative Marge vor Zinsen, Steuern und Sonderposten um 3,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Fachleute hatten noch einen etwas schlechteren Wert erwartet. Mercedes muss zunehmend Rabatte einräumen, was auf die Verkaufspreise drückt. Je Auto erzielte Mercedes im Quartal einen durchschnittlichen Verkaufspreis von rund 66.700 Euro - ein Jahr zuvor waren es noch 72.300 Euro. In der Kennzahl sind die Verkäufe des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens BBAC ausgeklammert.

Der für Anleger wichtige Zahlungsmittelzufluss im Industriegeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - lag auf Konzernebene mit 1,86 Milliarden Euro zwar gut ein Fünftel unter Vorjahr, überraschte damit aber ebenfalls positiv. Die Kennzahl haben Investoren im Blick, weil Mercedes überbleibende Mittel nach der regulären Dividendenzahlung regelmäßig in Aktienrückkäufe stecken will.

Mercedes habe im ersten Quartal eine "solide operative Leistung" erzielt, hieß es laut Mitteilung. Die wesentlichen Kennzahlen bewegten sich im Einklang mit der Jahresprognose. Die Ergebnisse bestätigten, dass Mercedes auf Kurs sei, die Jahresprognose zu erreichen, sagte Finanzvorstand Harald Wilhelm. "Die starke Nachfrage nach unseren neuen Produkten und die gut gefüllten Auftragsbücher bilden eine solide Grundlage für mehr Dynamik im zweiten Halbjahr", sagte Wilhelm.

Ein deutliches Minus in China hatte bei Mercedes im ersten Quartal dieses Jahres für einen Absatzrückgang gesorgt. Wohlhabende Chinesen sind wegen der Wirtschaftsschwäche insbesondere im Immobiliensektor in der Volksrepublik nach wie vor zurückhaltend beim Autokauf, zudem bekommt auch Mercedes im teureren Marktsegment mehr und mehr Konkurrenz lokaler Anbieter zu spüren. Insgesamt war der Pkw-Absatz weltweit um sechs Prozent auf 419.400 Fahrzeuge zurückgegangen.

Der Autobauer hat schon länger mit Rückgängen zu kämpfen, neben dem Absatz auch beim Gewinn und Umsatz. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte eingebrochen. Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China belasteten schon da. Auch 2024 waren die Geschäfte bereits schlecht gelaufen. Die Schwaben hatten daraufhin reagiert und ein Sparprogramm aufgelegt. Zahlreiche neue Modelle sollen zudem die Geschäfte wieder ankurbeln./men/rwi/mne/stk

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