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Aktien Frankfurt: Dax fällt unter 26.000 Punkte - Rekord rückt etwas in Ferne

Tue Sep 01 12:04:11 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ölpreisanstieg und zunehmende Inflationssorgen haben auch am Dienstag das Handelsgeschehen am deutschen Aktienmarkt überschattet. Der Dax entfernte sich zum Start in den neuen Börsenmonat September noch ein Stück weiter von seinem erst am Freitag erreichten Rekord. Dabei fiel das Börsenbarometer erstmals seit rund einer Woche wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Zählern. Bis zum Mittag weitete der deutsche Leitindex bei 25.929,09 Zählern seinen Verlust auf minus 1,25 Prozent aus. Damit setzt sich die bereits zu Wochenanfang begonnene Korrektur fort.

"Nach der jüngsten Rekordjagd sind die Anleger zwischen hohen Bewertungen und veränderten Zinsperspektiven auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht", umschrieb Chefmarktanalyst Timo Emden von Craptrader das Marktgeschehen. "Ein Mix aus geopolitischem Glatteis, geldpolitischen Fragezeichen und neuen Ölpreisspitzen zwingt Investoren zum Abstieg, um wieder festen Tritt zu fassen."

Auch der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen rutschte im Verlauf weiter ab und verlor zuletzt 1,48 Prozent auf 32.239,83 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um ein Prozent und auch die US-Börsen hatten sich bereits am Vortag in Teilen schwächer gezeigt. Die Inflations- und Zinssorgen belasteten ebenso die asiatischen Handelsplätze.

Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen mit den weiter anziehenden Ölpreisen zu kämpfen. Am Montag waren diese kräftig angezogen, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran wieder eskaliert war. Am Dienstag legten die Ölpreise noch etwas weiter zu, angeschoben auch durch das knappe Angebot bei Diesel infolge der Angriffe auf die russische Ölindustrie im Krieg mit der Ukraine.

Hinzu kommen derzeit hohe Anleihezinsen als Belastung für die Börsen. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom vergangenen Freitag gehen die Märkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.

"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist", erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank den jüngsten Abwärtsdruck an den Börsen. Zudem hätten die noch immer ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus sowie die Fed-Signale auf eine straffere Geldpolitik eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als "vorläufig eingefangen" gegolten habe.

Auf Unternehmensseite im Dax näherten sich Symrise mit fast 1,2 Prozent Kursplus ihrem Jahreshoch. Hier sorgte zunächst eine Kaufempfehlung von Jefferies für gute Stimmung. Zudem verkauft der Aromen- und Duftstoffehersteller sein US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares , die damit ihr Chemiegeschäft und den Fußabdruck in den USA stärkt. Mutares-Papiere zeigten sich von dem Deal wenig bewegt.

Weitere Analystenstudien bewegten die Kurse. So kletterten an der Dax-Spitze die Papiere des Pharma- und Technologiekonzerns Merck nach einer Kaufempfehlung der HSBC um 1,6 Prozent. Und gleich mehrere positive Expertenmeinungen schoben den Versorger RWE auf ein Viermonatshoch; sowohl Goldman Sachs als auch das Investmenthaus Jefferies hoben als größte Optimististen unter den Banken ihre Kursziele auf 75 Euro. Zuletzt notierten RWE noch rund ein Prozent höher.

GFT erreichten nach einer positiven Berenberg-Studie ein Hoch seit dem Sommer 2024 und verteuerten sich zuletzt an der SDax -Spitze um gut vier Prozent. Treiber für Hugo Boss war derweil die Nachricht, wonach Großaktionär Frasers seine Beteiligung auf mehr als 50 Prozent aufstocken will. Die Anteile am Modehändler kletterten um fast ein Prozent./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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