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Tue Sep 15 12:08:53 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Wieder aufgeflammte KI-Bedenken und hohe Ölpreise haben sich auch am Dienstag als Bürde für den deutschen Aktienmarkt erwiesen. Der Dax fiel gegen Mittag um 0,4 Prozent auf 25.335 Punkte, nachdem er zuvor auf das niedrigste Niveau seit mehr als sieben Wochen gefallen war. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,4 Prozent auf 30.945 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es ebenfalls um 0,4 Prozent abwärts.
Die Ölpreise blieben über Nacht auf hohem Niveau. "Nach dem Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 US-Dollar pro Barrel ins Visier genommen", schrieb Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister. Dies lenkt die Aufmerksamkeit noch stärker auf die am Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, bei der Anleger überwiegend mit einer Zinserhöhung rechnen.
"Insgesamt bleiben die Energiepreise vorerst der größte Risikofaktor, sollten die Ölpreise auf ihren aktuell hohen Preisniveaus länger verweilen. Die Auswirkungen auf Konsum, Wirtschaft und Inflation nehmen bei Preisen über 100 Dollar stetig zu", kommentierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Noch sende die geopolitische Lage im Nahen Osten keine Signale für eine Entspannung.
Nach dem Ausverkauf der KI- und Halbleiterwerte am Montag wegen wachsender Befürchtungen, dass sich das Tempo der Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) verlangsamen könnte, blieb eine Erholung der Branche mehr oder weniger aus. Das Vertrauen bleibt damit angeschlagen.
Der Chemiesektor setzte seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen nach kritischen Analystenkommentaren fort. JPMorgan reduzierte das Kursziel für Lanxess wegen drohenden Gegenwinds von der Energiekostenseite. Für Evonik stufte Lisa De Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf "Equal-weight" ab. Die Lanxess-Papiere fielen auf den tiefsten Stand seit März und büßten zuletzt 5,3 Prozent ein. Der Evonik-Kurs sackte nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley um 2,8 Prozent ab. Die Titel von BASF und Brenntag fielen um 1,6 beziehungsweise 2,2 Prozent.
Die Aktien europäischer Banken wurden von schlechten US-Vorgaben belastet. Der europäische Sektorindex büßte 1,3 Prozent ein und die Titel der Deutschen Bank waren mit einem Abschlag von 2,1 Prozent einer der schwächsten Werte im Dax. Sie setzten damit ihre jüngste Korrektur des in der Vorwoche erreichten Höchststandes seit 2011 fort. Der von der Unicredit-Übernahme getriebene Commerzbank-Kurs zeigte sich mit einem Plus von 0,1 Prozent hingegen robust.
Bei den Aktien von Schott Pharma ließ die anfänglich starke Kursdynamik im Handelsverlauf nach. Zuletzt notierten die Papiere des Pharmaindustrie-Zulieferers noch 2,0 Prozent im Plus, nachdem sie zunächst um 5,5 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr nach oben geschnellt waren. Die US-Bank JPMorgan nahm die Bewertung von Schott Pharma mit "Overweight" und einem Kursziel von 27,10 Euro auf und lobte das Ergebnissteigerungspotenzial des Unternehmens.
Der Fotodienstleister Cewe will bis zu 150.000 eigene Aktien im Umfang von bis zu 18 Millionen Euro vom Markt zurückkaufen. Dies entspreche etwa zwei Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft. Die Cewe-Aktie gewann 2,1 Prozent.
Deutz besorgte sich mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie der Motorenbauer am Dienstag mitteilte. Die Konzernführung will mit den Einnahmen die finanzielle Flexibilität mit Blick auf künftige Wachstumschancen stärken. Der Aktienkurs sackte um 4,0 Prozent ab./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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