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Wed Apr 22 20:13:34 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - Trotz der weiter unklaren Lage im Iran-Krieg sind am Mittwoch an den US-Börsen wieder Rekorde ein Thema. Die Anleger bleiben, was die geopolitische Lage betrifft, recht entspannt. Kurz vor dem Ablaufen verlängerte US-Präsident Donald Trump die Feuerpause. Anleger mussten auch eine Reihe neuer Geschäftszahlen von Unternehmen auswerten.
Vor allem der Technologiesektor hat es den Anlegern derzeit wieder angetan, wie der Nasdaq 100 mit einer Bestmarke zeigte. Der stark auf den Tech-Sektor konzentrierte Leitindex legte zwei Stunden vor Schluss um 1,5 Prozent auf 26.887 Punkte zu.
Der marktbreite S&P 500 stand seinem nächsten Rekord zumindest nahe, indem er 0,9 Prozent auf 7.125 Zähler zulegte. Der Dow Jones Industrial wahrte hingegen noch eine gewisse Distanz zum Höchststand. Er legte am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 49.407 Punkte zu.
Ungeachtet der Gewinne ist im Iran-USA-Konflikt keine Entspannung in Sicht, beide Seiten fallen weiter mit gegenseitigen Vorwürfen auf. Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nochmals wenige Tage Zeit geben, um sich auf einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Der US-Präsident sagte der New York Post, dass eine zweite Gesprächsrunde möglicherweise am Freitag stattfinden könnte.
"Die politische Lage ist also nicht bereinigt, wird aber an den Börsen derzeit eher als beherrschbar denn als eskalierend angesehen", schrieben am Mittwoch die Experten des Bernecker-Aktionärsbriefs. Nach ihrer Einschätzung bleiben die USA bei der Aktienrally weiterhin tonangebend, weil sich dort KI-Fantasie und Gewinnpotenziale im Technologiesektor mit hohen Indexgewichtungen großer Wachstumswerte paarten.
Zahlenvorlagen waren am Mittwoch für viele Einzelwerte maßgeblich. Im Dow waren die Boeing -Titel mit einem Anstieg um 5,1 Prozent eine wichtige Stütze. Der Flugzeugbauer meldete nach Jahren der Krise für das erste Quartal einen Umsatzanstieg und zugleich geringere Verluste im Vergleich zum Vorjahr. Er bremste zudem dank steigender Auslieferungen den Barmittelabfluss.
Noch euphorischer waren die Reaktionen bei GE Vernova: Nachdem der Energieanlagenbauer im ersten Quartal von einer starken Nachfrage profitiert hatte und seine Jahresziele anhob, schnellte der Kurs um 13 Prozent auf ein Rekordniveau nach oben. United Airlines dagegen hatte keine guten Nachrichten, der Kurs sank nach der gesenkten Jahresgewinnprognose der Fluggesellschaft um 6,7 Prozent.
AT&T überraschte im ersten Quartal zwar positiv, doch der Kurs bewegte sich in einem schwachen Branchenumfeld mit 0,3 Prozent im Minus. Bei T-Mobile US ging es im Nachgang der Berichte vom Vortag, dass der Mutterkonzern Deutsche Telekom über eine Kombination mit der US-Tochter nachdenke, um 3,6 Prozent bergab.
Die "Magnificent 7", die sieben bedeutendsten Tech-Werte, lagen alle im Plus. Bei Apple hatten die Anleger den ersten Schrecken des am Vortag vermeldeten Chefwechsels verdaut, hier legte der Kurs am Mittwoch mit 2,8 Prozent am deutlichsten zu. Die Vortagsverluste wurden damit wieder ausgeglichen.
Die Titel des Google -Mutterkonzerns Alphabet gewannen nach der Vorstellung eines neuen Tensor-Prozessors, der KI-Computing-Dienste effizienter machen soll, 1,6 Prozent. Nach Börsenschluss werden am Mittwoch die Resultate von Tesla erwartet. Dessen Titel zeigten sich zuletzt unauffällig.
Der Tabakkonzern Philip Morris International überzeugte mit seinem Quartalsbericht, der laut Barclays-Analyst Pallav Mittal die Erwartungen deutlich übertroffen hat. Die Aktien gewannen sieben Prozent. Anteilscheine des Softwarekonzerns Adobe stiegen nach der Ankündigung von Aktienrückkäufen um drei Prozent./tih/he
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