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Sat Jan 24 11:35:01 CET 2026
KIEL/HAMBURG (dpa-AFX) - Künftig soll ein einheitliches Sicherungssystem nach dem Willen der Europäischen Union den grenzüberschreitenden Zugverkehr sicherer und effizienter machen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen kritisierte jedoch, dass das dafür nötige European Train Control System (ETCS) während der bis Ende April laufenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin nicht eingebaut wird.
Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist bedauernswert, dass im Zuge der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin kein ETCS verbaut wird." Gerade bei einer so wichtigen Hauptverbindung hätte man die neunmonatige Vollsperrung nutzen sollen, um zukunftsfähige Leit- und Sicherungstechnik einzubauen.
Zwar hätten frühere Projekte wie die Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim gezeigt, dass der Einbau und die Abnahme des Systems noch große Herausforderungen mit sich bringe. "Das erkennen wir natürlich an", betonte Madsen.
"Entscheidend ist jetzt, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit es ETCS künftig verlässlich und flächendeckend geben kann", führte er fort. Dazu zählten die Weiterentwicklung des technischen Systems, die Standardisierung von Prozessen und der Aufbau von Fachpersonal. Schleswig-Holstein erwarte, dass diese Aufgaben zügig angepackt werden, damit die Digitalisierung der Schiene nicht nur vorbereitet, sondern vollständig umgesetzt wird.
Wieso braucht es die Umstellung auf ETCS?
Derzeit ist laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn das rund 33.000 Kilometer große Bahnnetz seit 2018 flächendeckend mit einem Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet. Dieses bringt Züge zum Stehen, wenn Signale nicht beachtet oder die zulässigen Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden.
Neben der flächendeckend verbauten Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) setzt die DB vor allem auf Strecken mit Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern auf die Linienzugbeeinflussung (LZB). Im Gegensatz zur punktförmigen Überwachung der PZB hat die LZB die gesamte Strecke im Blick. Der Zug wird dadurch permanent geführt. Das System kommt nach Angaben der Bahnsprecherin auf rund acht Prozent des Streckennetzes zum Einsatz.
Von solchen Systemen gibt es mehr als 20 verschiedene in Europa. Diese sollen mit Hilfe des ETCS abgelöst und vereinheitlicht werden. Bei dem ETCS werden Informationen wie Geschwindigkeit, Signalstellung und erlaubte Fahrwege digital und direkt in die Lokführerkabine übertragen. Das System überwacht die Geschwindigkeit und hält automatisch Sicherheitsabstände ein.
Wann kommt die Umstellung zwischen Hamburg und Berlin?
Bereits im Mai 2025 hatte die Bahn angekündigt, ihre Planungen für die Strecke Hamburg-Berlin mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem anzupassen. Um eine Doppelausrüstung mit Sicherheitssystemen aufgrund der Komplexität zu vermeiden, würden bei der Generalsanierung nur die Stellwerke sowie die Achszähltechnik auf den zukünftigen Einsatz vorbereitet.
Die herkömmlichen Zugsicherungssysteme PZB und LZB blieben vorerst in Betrieb, hieß es. Eine Ausrüstung mit ETCS solle hingegen in den frühen 2030er Jahren eingeführt werden. Dann können die auf der Strecke fahrenden Flotten auf ETCS-fähige Fahrzeuge umgestellt werden. So lasse sich eine aufwendige und teure Doppelausrüstung vermeiden.
Kommt eine erneute Sperrung?
Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sieht bei der Umrüstung ein grundsätzliches Problem, weil die Bundespolitik ein Konzept vermissen lasse. Auch Finanzierungsfragen seien ungeklärt. Vermutlich werde sich eine Doppelausrüstung der Systeme nicht vermeiden lassen, sagte Naumann. Beim Einbau von ETCS müsse die Strecke Hamburg-Berlin noch einmal für längere Zeit gesperrt werden.
Bis wann soll das Schienennetz in Deutschland umgerüstet sein?
In Deutschland steht der ETCS-Ausbau noch am Anfang. Das Sicherheitssystem werde in Deutschland bisher auf der Schnellfahrstrecke Leipzig-Erfurt/Nürnberg sowie auf den rund 60 Kilometer umfassenden Strecken zwischen Deutschland und der Schweiz eingesetzt, teilte die DB-Sprecherin mit.
Allianz pro Schiene kritisiert, dass Ende 2024 nur rund 1,6 Prozent des Bundesschienennetzes mit der Technik ausgerüstet gewesen seien. Der Interessenverband sieht das vom Bund gesetzte Ziel in Gefahr, das gesamte Netz bis spätestens 2040 umzurüsten. Zuletzt gab es bei der Sanierung von Bahnstrecken teilweise eine Doppelausrüstung mit ETCS und PZB - beispielsweise bei der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim./xil/DP/zb
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