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KORREKTUR: Prozess um illegale Müllexporte nach Tschechien

Thu Jun 11 12:05:10 CEST 2026

(Berichtigt wird an zwei Stellen im Text das Alter des Hauptangeklagten. Er ist 53 rpt 53 Jahre alt.)

WEIDEN (dpa-AFX) - Wegen illegaler Mülltransporte ins Ausland wird dem ehemaligen Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma aus der Oberpfalz der Prozess gemacht. Dem 53-Jährigen sowie einem 57 Jahre alten mitangeklagten Mitarbeiter werden gemeinschaftliche illegale Verbringung von nicht gefährlichen Abfällen in 39 Fällen sowie von gefährlichen Abfällen in zwei Fällen vorgeworfen. Der Prozess vor dem Landgericht Weiden beginnt am Donnerstag (09.00 Uhr). Das Urteil könnte im September gesprochen werden.

Der Anklage nach soll die Entsorgungsfirma seit 2024 immer wieder Abfälle über die deutsche Grenze nach Tschechien und Polen gebracht haben. Der Geschäftsführer der Firma mit Sitz in Weiden und einer Betriebsstätte im Landkreis Schwandorf sowie der 57-jährige Mitarbeiter einer tschechischen Niederlassung sollen beharrlich und gewinnsüchtig gehandelt haben, so die Staatsanwaltschaft.

Weitere Vorwürfe gegen Ex-Firmenchef

Dem Ex-Geschäftsführer werden zudem vorsätzliche illegale Verbringung von gefährlichen Abfällen in dreizehn weiteren Fällen, vorsätzliches unerlaubtes Betreiben von Anlagen, gefährliche Körperverletzung und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Die Vorwürfe stehen laut Justizsprecher unter anderem im Zusammenhang mit einer Recycling-Anlage für Batterien, die undicht gewesen sein soll. Der 53-Jährige soll die Anlage nicht abgeschaltet und dadurch in Kauf genommen haben, dass seine Mitarbeiter gesundheitsgefährdende Stoffe einatmeten, so die Anklagebehörde.

Für das Verfahren sind etwa 40 Zeugen und Sachverständige geladen, darunter Mitarbeiter des Abfallentsorgungsunternehmens, Vertreter der staatlichen Aufsichtsbehörden sowie deutsche und tschechische Ermittlungsbeamte.

Freistaat ließ Müll zurückholen

Bayerische Behörden hatten rund 600 Tonnen Müll aus Tschechien zurückholen lassen, darunter glas- beziehungsweise carbonfaserverstärkter Kunststoff und Teile von Lithium-Ionen-Batterien. Die Abfälle seien zu einem Großteil in Bayern direkt entsorgt worden, teilte eine Sprecherin der Regierung der Oberpfalz mit. Es seien rund 600.000 Euro für Transport und Entsorgung der Abfälle sowie für Baustelleneinrichtung und Ingenieurleistungen angefallen./fuw/DP/stw

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