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Wed Mar 18 18:10:39 CET 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der erneut gestiegene Ölpreis hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder verschreckt. Der Leitindex Dax brach im Handelsverlauf am Mittwoch einen Erholungsversuch ab und büßte am Ende 0,96 Prozent auf 23.502,25 Punkte ein, nachdem der Iran neue Angriffe auf Teile seiner Gasindustrie gemeldet hatte. Der MDax , der mittelgroße Werte beinhaltet, rettete nach einem zwischenzeitlichen Plus von fast 2 Prozent einen Gewinn von 0,13 Prozent auf 29.519,42 Punkte ins Ziel. Am Morgen noch hatten die Börsen weltweit positiv darauf reagiert, dass der Irak ein Pipeline-Abkommen zum Ölexport über die Türkei geschlossen hatte.
Mit wachsender Nervosität wird zudem auf die am Abend anstehende Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed gewartet. Im stark verunsicherten Umfeld dürfte die Fed zwar kaum die Zinsen senken, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.
Zuletzt waren grundsätzliche Zinssenkungshoffnungen am Markt ausgepreist worden. Zudem waren angesichts des befürchteten Inflationsanstiegs, der durch den hohen Ölpreis zu erwarten ist, sogar erste Unsicherheiten über mögliche Zinsanhebungen aufgekommen. Daher sind nach den Worten der Experten der Landesbank Hessen-Thüringen die Prognosen der Fed zu Wachstum und Inflation wesentlich.
Unternehmensseitig lag das Hauptaugenmerk hierzulande erneut auf Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Im MDax erholte sich die Aumovio-Papiere mit einem Plus von 3,5 Prozent, auch wenn die Geschäftszahlen und die Jahresprognose des Autozulieferers nur den Erwartungen entsprochen hatten. Analysten lobten jedoch unisono den starken freien Barmittelzufluss.
Im Nebenwerte-Index SDax waren die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh im Verlauf auf ein Rekordtief unter 4 Euro abgesackt und gaben schließlich um fast 15 Prozent nach. Das Management erwartet im laufenden Jahr weitere Rückgänge bei Umsatz sowie operativem Ergebnis und unterbot damit die bereits bescheidenen Analystenschätzungen.
An der Index-Spitze zogen die Aktien von Heidelberger Druckmaschinen um mehr als neun Prozent an. Der Maschinenbauer orientiert sich weiter in den Verteidigungsbereich. Zusammen mit der US-amerikanisch-israelischen Ondas Autonomous Systems soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Dabei gehe es um den Aufbau eines Shops für den wachsenden Markt autonomer Drohnenabwehrsysteme.
Ansonsten bewegten vor allem Analysten-Kommentare. So hatte die US-Bank Morgan Stanley Heidelberg Materials gleich doppelt hochgestuft, was den Anteilsscheinen des Baustoffherstellers ein Plus von zweieinhalb Prozent und damit den Spitzenplatz im Dax bescherte. Analystin Cedar Ekblom sieht eine attraktive Einstiegschance, nachdem die Anleger sich ungerechtfertigterweise um die Beton-Preise im Umfeld geringerer Emissionskosten gesorgt hätten. Die Expertin geht davon aus, dass die Beton-Preise hartnäckig hoch bleiben.
Fielmann setzten sich mit einem Plus von gut vier Prozent an die MDax-Spitze. Laut der Bank of America sind die Risiken für einen Aktienkauf gesunken. Das hohe Umsatzziel für 2030 sei noch nicht im Kurs eingepreist, und zudem beschleunige sich das Wachstum der Optikerkette in den USA.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx sank um 0,56 Prozent auf 5.736,85 Punkte. An den Börsen in London und vor allem in Zürich ging es noch stärker nach unten. Jenseits des Atlantiks fiel der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um fast ein Prozent./la/jha/
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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